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Großbritannien: Entrüstung über Bilder von nackten Kindern in Google Street View

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Seit Donnerstag vergangener Woche gibt es Google Street View in Großbritannien und seither häufen sich die Beschwerden von Briten, die ihre Privatsphäre durch Bilder des Straßenansichtdienstes verletzt sehen. Mehrere Medien berichten, dass die Zahl der Beschwerden in die Hunderte geht, beanstandet wurden Fotos, die Personen beim Besuch eines Sexshops zeigen, beim Steinewerfen und beim Sich-Übergeben auf der Straße und auch das Ehepaar Tony und Cherie Blair monierte, dass Google Street View zu nahe an ihre Privatsphäre gerückt ist. Fotos ihres Wohnhauses in West London wurden am Freitag entfernt. Nun hat auch die Sonntagsausgabe des Independent Google auf anstößige Straßenansicht-Fotos aufmerksam gemacht: Bilder von nackten Kindern.

Die nackten Kleinkinder, die bei einem sommerlichen Picknick in einem Park im Norden Londons abgelichtet wurden, verweisen laut Zeitung darauf, dass der Bilderdienst auch für eher "finstere Zwecke" ausgebeutet werden könnte. Deshalb wurde auch der britische Datenschützer, Information Commissioner Richard Thomas eingeschaltet. Er soll ermitteln, ob noch mehr Bilder von nackten Kindern per Street-View im Netz zu sehen sind. Wie der Sprecher des Information Commissioner's Office mitteilte, werde man die Sache sorgfältig untersuchen.

Laut Independent ist auf einem der Bilder das Gesicht eines Dreijährigen deutlich erkennbar, der Garten, in dem das Picknick stattfand, sei nur wenige Hundert Meter vom Haus eines Ministers entfernt. Google entfernte die Bilder innerhalb einer Stunde. Schon zuvor wurde vom Suchmaschinenbetreiber gegenüber Kritkern betont, dass 99,9 % der Gesichter und Autokennzeichen auf Google Street-View durch Verzerrungen unkenntlich gemacht seien.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Protest gegen Googles Street View regt. (tpa)