Menü

Großbritannien: Geheimdienst und Polizei jagen Verbrecher im Dark Web

Eine "Gemeinsame Operationszelle" des britischen Geheimdiensts GCHQ und der National Crime Agency (NCA) soll dabei helfen, Straftäter vor allem bei Kindesmissbrauch auch in den dunklen Ecken des Internets zu verfolgen.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 111 Beiträge
Großbritannien: Geheimdienst und Polizei jagen Verbrecher im Dark Web

Die britischen Behörden wollen verstärkt gegen Kinderpornografie im Dark Web vorgehen.

(Bild: dpa, Nicolas Armer/Archiv)

Großbritannien baut die Internetüberwachung weiter aus. Einen rechtsfreien Raum dürfe es im Internet nicht geben, betonte der Direktor der britischen Spionagebehörde GCHQ, Robert Hannigan, Ende vergangener Woche zum offiziellen Arbeitsbeginn einer "Gemeinsamen Operationszelle" mit der Polizei. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die "Joint Operations Cell" (JOC) "unsere Fähigkeit verstärken werde, Schwerverbrecher zu identifizieren und zu stoppen".

Der Schwerpunkt der neuen Einheit soll Hannigan zufolge auf dem Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs im Internet liegen. Dies sei eine große Herausforderungen, da Übeltäter ausgemacht werden müssten, die sich "in großen Datenmassen" zu verbergen suchten. Man wolle gezielt auch das "Dark Web" ins Visier nehmen, das mit gängigen Suchmaschinen nicht erforschbar ist.

Als Kooperationspartner für die Agenten dient mit der National Crime Agency (NCA) das britische Pendant zum Bundeskriminalamt (BKA). Eine vergleichbare Zusammenarbeit wäre hierzulande nur schwer vorstellbar angesichts des Trennungsgebots zwischen Polizei und Geheimdiensten. NCA-Chef Keith Bristow lobte die Zelle dagegen als "innovative" Initiative. Damit würden die "besten Fähigkeiten" der beiden Behörden genutzt, um mit sehr komplexen Fällen und den "gefährlichsten Online-Rechtsverletzern" fertig zu werden.

Der britische Premierminister David Cameron hatte die Einheit Ende 2014 auf einem Kinderschutzgipfel angekündigt. Das "Dark Net" werde verstärkt von Pädophilen genutzt, um "krankmachende Bilder" anzuschauen, hatte der Regierungschef damals beklagt. Das GCHQ hatte bislang immer den Kampf gegen den Terrorismus und den Schutz der inneren Sicherheit in den Vordergrund seiner Tätigkeiten gerückt, wovon nun keine Rede mehr sein kann. Unlängst war bekannt geworden, mit welch komplexen Methoden der Geheimdienst Internetnutzer weltweit massiv ausschnüffelt. (vbr)