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Großbritannien: Provider sollen Pornoseiten sperren müssen

Das britische Parlament soll noch in diesem Monat einen Gesetzeszusatz beschließen, nach dem Provider verpflichtet werden können, Seiten mit pornografischen Inhalten zu sperren, wenn die das Alter der Besucher nicht ausreichend verifizieren.

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In Großbritannien sollen Provider künftig dazu verpflichtet werden können, Internetseiten mit pornografischen Inhalten zu blockieren, wenn die Portale keine ausreichende Altersüberprüfung anbieten. Das steht in einer nun eingebrachten Ergänzung zum geplanten Digital Economy Bill, das noch diesen Monat verabschiedet werden soll, wie die BBC berichtet. Das für Altersfreigaben von Filmen und Spielen zuständige British Board of Film Classification (BBFC) soll demnach künftig Internet Service Provider auffordern dürfen, Seiten zu sperren, wenn die nicht ausreichend dafür sorgen, dass ihre pornografischen Inhalte von Kindern nicht einsehbar sind.

Wie die britische Kultus- und Medienministerin Karen Bradley dem Nachrichtensender sagte, soll das Gesetz dafür sorgen, dass Inhalte für Erwachsene auch nur für Erwachsene zugänglich seien. Es solle sichergestellt werden, dass richtige Altersverifizierungssysteme vorhanden seien. Wenn nicht, dann werde eben geblockt. Damit aber gleichzeitig auch der der Datenschutz gewährleistet sei, sollen aktuelle Verfahren geprüft und neue entwickelt werden. So könnte etwa eine Bestätigung ausreichen, dass die geprüfte Person über eine Kreditkarte verfügt.

Kritikern befürchten, dass durch derartige Blockaden lediglich große Anbieter pornografischer Inhalte vor Konkurrenz geschützt würden. Außerdem warnen sie vor einer Ausweitung der Blockadegründe. Bald könnten jegliche Seiten gesperrt werden, die Materialien für Erwachsene anbieten. Das hält der Buchautor Jerry Barnett im Guardian sogar für eine zweifellose Konsequenz. Immerhin seien die Formulierungen sehr uneindeutig und schwankten nicht nur zwischen "Pornografie" und "Erotik" sondern auch ganz anderen Kategorien, die damit nichts zu tun hätten. Der bereits existierende und abschaltbare Pornofilter war nicht lang nach seiner Einführung auch um andere Inhaltskategorien erweitert worden. (mho)