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Große US-Unternehmen intervenieren bei EU-Kommission gegen Google

In den Kartellverfahren der EU-Kommission gegen Google deutet sich eine Entscheidung an. Derweil fordern Konkurrenten des Unternehmens die Kommission auf, eine Strafe zu verhängen.

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Große US-Unternehmen intervenieren bei EU-Kommission gegen Google

Grafik der EU-Kommission zu einem Teil ihrer Ermittlungen gegen Google.

(Bild: EU-Komission)

In Medienberichten hat sich jüngst angedeutet, dass die Wettbewerbshüter der EU-Kommission demnächst eine Entscheidung über eine mögliche Bestrafung Googles in den Verfahren wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens in verschiedenen Bereichen fällt. Nun haben sich sieben größere US-Unternehmen an die Kommission gewandt und sie aufgefordert, "entschieden zu handeln, um den Wettbewerb wiederherzustellen", wie das Magazin Recode berichtet. Zu ihnen gehören Oracle, Yelp, News Corporation und Getty Images.

Da sich die Entscheidung über eine mögliche Strafe nähere, versuche Google ersuche die EU-Kommission durch Lobby- und PR-Arbeit zu beeinflussen mit dem Argument, dass jede Entscheidung gegen das Unternehmen eine Art europäischen "Protektionismus" darstelle, heißt es weiter in dem Schreiben an die EU-Kommission. Doch Google untergrabe weltweit den Wettbewerb und das Online-Ökosystem und zerstöre Arbeitsplätze. Dem müsse die EU-Kommission entgegenwirken, um das Internet wieder für Innovation und Wachstum zu öffnen.

Die EU-Kommission als europäische Wettbewerbsbehörde wirft Google nach Beschwerden von Konkurrenten – darunter Yelp, Oracle und News Corp. – unter anderem vor, in der Shopping-Suche eigene Dienste zu bevorzugen und damit Rivalen wie Preissuchmaschinen zu benachteiligen. Google kontert, die Argumentation der Brüsseler Behörde sei faktisch, rechtlich und wirtschaftlich falsch. Unter anderem berücksichtige die Kommission nicht die Rolle des weltgrößten Online-Händlers Amazon.

In Sachen Android stört sich die Kommission unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns auch die Google-Suche und den Web-Browser Chrome vorinstallieren müssen. Außerdem sieht sie ein Problem darin, dass Anbieter von Smartphones mit Google-Diensten daran gehindert werden, gleichzeitig auch Geräte mit abgewandelten Android-Versionen zu verkaufen. Die Wettbewerbshüter kritisieren auch, dass der Konzern Herstellern und Mobilfunk-Betreibern über Vereinbarungen zum Teilen von Werbeerlösen einen finanziellen Anreiz dafür biete, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf den Geräten vorinstallieren.

Dem Unternehmen droht eine Strafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die Google-Mutter Alphabet erlöste im vergangenen Jahr rund 90 Milliarden Dollar – und die Internet-Tochter trug den Löwenanteil dazu bei. (anw)

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