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Großes Finale: ESA-Sonde Rosetta vor der Landung auf ihrem Kometen

Am Freitag wird die europäische Sonde Rosetta auf ihrem Kometen landen und soll vorher noch einmal eindrucksvolle Bilder schicken. Damit endet die Mission, deren Daten noch viele Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems liefern soll.

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So soll Rosetta auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen.

(Bild: ESA/ATG medialab)

Diesen Freitag soll die ESA-Sonde Rosetta sanft auf ihrem Kometen aufsetzen und ihre zweieinhalb Jahre Forschungsarbeit an 67P/Tschurjumow-Gerassimenko mit einem Paukenschlag beenden. Wie die Europäische Weltraumagentur nun mitteilte, soll die Sonde kurz vor 13 Uhr MESZ auf ihrem Kometen aufsetzen. Wegen der Signallaufzeit der weit entfernten Sonde werden Forscher, Ingenieure und Beobachter auf der Erde diese Landung und den damit einhergehenden Signalabbruch aber erst gegen 13:20 Uhr erleben. Damit wird die erfolgreiche Mission zu Ende gehen, denn mit der Erde kann die Sonde von der Oberfläche aus keinen Kontakt mehr aufnehmen.

Animierte Darstellung der geplanten Landung

Wie die ESA erläutert hat, soll Rosetta am Donnerstag das Kollisionsmanöver ausführen. Danach wird die Sonde sich langsam der Oberfläche ihres Kometen nähern. In ihren letzten Stunden soll sie noch einmal so viele Daten sammeln, wie irgend möglich. Besonders gespannt erwartet werden dabei die Fotos aus unmittelbarer Nähe zur Oberfläche. All das muss übertragen werden, bevor die Sonde aufsetzt und der Kontakt abbrechen wird. Die Region, die Rosetta für ihre Landung anvisieren wird, haben die Forscher auf Ma’at getauft. Sie liegt auf dem kleineren der beiden Teile des Kometen und zeigt besonders viele Anzeichen für Aktivität.

Ein Komet aus der Nähe (23 Bilder)

Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko während des Vorbeiflugs an der Sonne: Eine besonders heftige Staubfontäne wurde am 29. Juli beobachtet. (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

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Rosettas Mission wird von den Forschern beendet, weil sie sich mit ihrem Kometen derzeit immer weiter von der Sonne entfernt und die Solarenergie dann nicht mehr für ihre Arbeit ausreichen wird. Die Landung war ursprünglich nicht vorgesehen, soll aber nun zu einem letzten Höhepunkt werden. Wegen des Staubs in der direkten Umgebung des Kometen – mit dem die Sonde bereits ihre Probleme hatte –, können die Wissenschaftler nicht sicher sein, dass Rosetta bis zum letzten Moment arbeiten wird. Sie wollen jedenfalls alles dafür tun, dass auch dieser letzte Teil der Mission ein Erfolg wird.

Rosetta ist seit insgesamt 12 Jahren unterwegs und hatte in einem zehnjährigen Flug das Mini-Labor Philae zu 67P/Tschurjumow-Gerassimenko mitgebracht. Den hatte die Sonde 2014 erreicht und nach einigen Wochen Philae zur Landung ausgesetzt. Das lief nicht ganz reibungslos und so sendete Philae zwar einige Tage lang, war danach aber nie mehr voll einsatzfähig. Zwar meldete er sich nochmal, aber Rosetta fand ihn erst vor wenigen Wochen auf der Oberfläche des Kometen. Trotzdem gilt die Landung als immenser Erfolg, genauso wie der Flug Rosettas um den Kometen. Auf und an dem Kometen wollen die Wissenschaftler Informationen über die Anfänge des Sonnensystems sammeln. Auch mit Rosettas Abschied wird diese Arbeit nicht beendet sein, gilt es doch all die gesammelten Daten auszuwerten.

Eine Einstimmung der ESA auf das große Finale (Quelle: ESA)

(mho)