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Grube als Geothermie-Kraftwerk wiederbelebt

Auf der Grube Anna in Alsdorf bei Aachen wird sogenanntes Grubenwasser genutzt, um Wärme zu gewinnen.

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Gedenklore an Grube Anna.

(Bild: "Gedenklore" / Eschweiler / Wikipedia / PD)

Technology Review
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Was tun mit alten Bergwerken, Stollen oder U-Bahn-Tunneln? Wie wäre es, wenn sie zu Wärmekraftwerken umgebaut würden? In der Nähe von Aachen, auf der Grube Anna in Alsdorf, geschieht das bereits, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Wärme aus dem Bergwerk").

Anders als bei klassischer Geothermie muss in stillgelegten Bergwerken nicht komplett neu gebohrt werden. Die Infrastruktur ist schon da, auch wenn manche Schächte mit Betondeckeln verschlossen wurden. Zudem muss das Grubenwasser meist ohnehin abgepumpt werden, damit es nicht nach oben steigt und das Trinkwasser mit gelösten Salzen, Metallen oder Chlorverbindungen verunreinigt.

Tatsächlich ist die Idee nicht ganz neu. Weltweit gibt es bereits Anlagen, die Wärme aus Bergwerken, Straßentunneln oder U-Bahnschächten nutzen – entweder direkt, etwa zur Fischzucht, oder verbunden mit einer Wärmepumpe zum Heizen von Gebäuden. In Bochum beispielsweise werden auf diese Weise zwei Schulen und eine Feuerwehr beheizt.

TR 6/2019

Technology Review Juni 2019

(Bild:  )

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Alsdorf hat das Potenzial nun noch einmal erweitert: Da hier aus geologischen Gründen kein Grubenwasser abgepumpt werden muss, lässt sich seine Wärme auch nicht bequem an der Oberfläche ernten. Stattdessen muss der Wärmetauscher selbst auf Tiefe gehen. "Alsdorf ist ein Leuchtturmprojekt", sagt Leonhard Thien, Leiter Geothermie bei der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen. Dort kommt erstmals eine sogenannte Doppel-U-Sonde zum Einsatz, die frei in der Wassersäule hängt.

Er schätzt die Zahl der Schächte und Stollen allein im Ruhrgebiet und im Aachener Revier auf rund 60.000. Damit ließen sich im Jahr 2035 jährlich 1300 Gigawattstunden gewinnen, schätzt das Landesamt für Umwelt Nordrhein-Westfalen in seiner "Potenzialstudie Warmes Grubenwasser" – genug für etwa 75.000 Einfamilien-Haushalte.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)