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Grün und politisch heikel: BMW eröffnet Werk in Mexiko

BMWs erstes Automobilwerk in Mexiko soll das grünste und digitalste des Konzerns sein. Die Eröffnung wird überschattet von Drohungen des US-Präsidenten.

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In Mexiko wird der Dreier gebaut.

(Bild: BMW)

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Der deutsche Autohersteller BMW hat am Donnerstag sein erstes Werk in Mexiko eröffnet. Der neue Standort in San Luis Potosí, etwa 300 Kilometer nördlich von Mexiko City, ist das dritte BMW-Werk in Lateinamerika. Die Eröffnung hat Brisanz: seit Monaten droht US-Präsident Donald Trump dem südlichen Nachbarn mit Strafzöllen bei Einfuhren von Autos zwischen 5 und 20 Prozent.

"Wenn die Zölle kommen, gehen die Autos eben nicht mehr nach Norden, sondern Süden, Osten oder Westen", kontert Oliver Zipse, Produktionsvorstand von BMW. Trumps Aussagen sind für ihn lediglich Ankündigungen. 2014 unterzeichnete BMW den Vertrag über den Kauf des vom mexikanischen Staat subventionierten Geländes, von Strafzöllen war damals noch nicht die Rede. "Wir würden dennoch wieder so entscheiden", sagt Zipse. Das neue Werk ist eine wichtige Säule der globalen Produktionsstrategie, erklärt der Produktionsvorstand. "Wir wollen unsere Präsenz in wichtigen und wachsenden Märkten stärken."

BMW hat gut eine Milliarde Euro in das Werk investiert. Nach einer Anlaufphase soll der Standort eine Produktionskapazität von 175.000 Fahrzeugen jährlich haben. Aktuell arbeiten im Werk 2500 Mitarbeiter. Produziert wird die 3er Limousine, die erfolgreichste Baureihe der Marke BMW. Im April liefen die ersten etwa 80 Autos von den Bändern, im Mai waren es schon knapp unter 200. So wird die Produktion sukzessive gesteigert.

Tausende Solarpanels liefern Strom für das Werk.

(Bild: BMW)

Werksleiter ist ein äußerst erfahrener Mann der Münchner: Hermann Bohrer. Es ist bereits das fünfte Werk, das unter seiner Regie läuft. Bohrer war in Südafrika, in Regensburg, bei Rolls Royce in England und Leiter der Motorradfertigung in Berlin. "Einen besonderen Fokus haben wir von Beginn der Planung an auf Nachhaltigkeit gelegt: darin setzen wir neue Maßstäbe in unserem Produktionsnetzwerk", sagt Bohrer.

Das mexikanische Werk soll das ressourceneffizienteste im BMW-Produktionsnetzwerk sein. In keinem anderen Werk wird so wenig Wasser für die Produktion eines Autos gebraucht wie dort, sagt BMW. In Mexikos Mitte steht die erste vollständig prozessabwasserfrei arbeitende Lackiererei des Unternehmens. Das für die Lackierung der Autos benötigte Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet.

Der Strom für die Fabrik soll zu 100 Prozent CO2 frei sein. Ein Teil wird mit Windkraftanlagen erzeugt, der andere in einer über 70.000 m2 großen Solaranlage auf dem Werksgelände. 70.000 Solarpanels sind bereits montiert. Platz dafür ist ausreichend vorhanden: das Gelände hat eine Fläche von 1,5 × 1,5 Kilometer. Das Werk wirkt auf der riesigen Fläche fast etwas verloren.