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Grüne Mittelstreifen für iPods ohne Fußball-WM

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Gegen Viren und Würmer kann man sich heute einigermaßen schützen, kruder Unsinn aus dem Web fällt hingegen nicht unbedingt auf den ersten Blick auf. Über den Ursprung des Brauchs, seine Mitmenschen "in den April zu schicken", gibt es diverse Theorien. Das Internet hat auf jeden Fall zu einem breiteren Publikum und damit zu mehr potenziellen Opfern geführt, erfahrene Surfer sind am 1. April daher besonders vorsichtig und überprüfen suspekte Nachrichten mit Hilfe anderer Quellen. Wie bereits in den Vorjahren haben wir einige der schönsten Aprilscherze gesammelt.

Pünktlich zum Ende der Kartenvorbestellung für die Fußball-WM ist der gesamte Datenbestand – also rund fünf Millionen Kartenbestellungen – nach einer Meldung von Radio SAW durch einen Virus vernichtet worden. Eine weitere Meldung vom Sport: Michael Schumacher hat das Ende seiner Karriere eingeläutet und will sich in Zukunft unter anderem der Gartenarbeit widmen. Eines der ersten Projekte soll die Neugestaltung der Hecke in Form eines Ferraris werden.

Die Vermaschung von zwei Online-Rollenspielen fällt in der Gamestar-Meldung kaum auf, sofern man nicht ganz genau liest. Dass Spieler über World-of-WarCraft-Raumbasen in Raumschiffe steigen und so in X-Online landen, stimmt jedoch irgendwie bedenklich.

Google beglückt die Online-Gemeinde in diesem Jahr nicht nur mit der Vergrößerung des Speichers für seinen immer noch nicht offiziell gestarteten E-Mail-Dienst Gmail, sondern bietet ab sofort Energy-Drinks in speziellen Flaschen an. Google Gulp soll die DNA des Trinkenden innerhalb eines Bruchteils von Sekunden auslesen und an einen streng geheimen Server innerhalb des Google-Netzes schicken – wie geheim, erklärt das Privacy Statement am Ende der Seite. Ähnlich stringent wie bei Gmail sind allerdings die Teilnahmebedingungen: Nur wer eine Einladung erhält, darf an dem Programm teilnehmen.

Auch die Verfasser der Internet-Standards haben sich für den 1. April etwas ausgedacht: RFC 4041 beschäftigt sich mit der Moral der Internet-Routings.

Unser aller Udo Lindenberg, seines Zeichens Deutschrocker der allerersten Stunde, soll Minister werden – sagt zumindest Freenet. Handfeste Politik macht hingegen das bayrische Örtchen Kiefersfelden, das die Nase von Deutschland voll hat und seinen Übertritt nach Österreich mit einem Fest gefeiert hat. Ein ernster Hintergrund wird der öffentlichkeitswirksamen Aktion allerdings dennoch nachgesagt.

Kuscheln für iPods

Der Hager Versicherungsverein machte sich ebenfalls Gedanken zur politischen Lage und bot gestern eine Versicherung gegen die Folgen möglicher Fahrverbote durch Feinstaubbelastungen an. Als Ersatzfahrzeug könnten die Versicherungsnehmer zwischen einem Fahrrad mit Dreigangschaltung, einem Rennrad (für die Fahrer von Sportwagen), einem Satz Inline-Skater (nur in Verbindung mit dem Abschluss einer Unfallversicherung), einem Tretroller (nur für Besitzer eines Citroen 2CV) oder einer Sänfte mit Trägern wählen.

Eine Umbenennung einiger Magdeburger Landkreise im Rahmen einer Gebietsreform stand bei der Volksstimme Magdeburg zur Diskussion. Bewerber müssten allerdings für die Nennung des Firmennamens bezahlen, konkret seien die Bezeichnungen "Henkel-Kreis Jerichower Land" und "Hasseröder Harzkreis" bereits vorgesehen.

Passend zu einem Artikel in heise online stellen die Kollegen von Nature fest, dass der Mond wohl kaum als dauerhafter Aufenthaltsort geeignet ist, da Bakterien von den Apollo-Missionen massenhafte Erosion auf unserem nächsten Weltraumnachbarn verursacht haben.

Die Mac-Gemeinde ist in diesem Jahr besonders eifrig: Macnews vermeldet Apples Kauf von Luxpro – gerade des Unternehmens, das auf der CeBIT mit einem iPod-Shuffle-Klone auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Kollegen von MacUp werfen den iPod Karaoke in die Waagschale: einen speziellen iPod, der die Stimme des Interpreten beim Abspielen unterdrückt, den Text des Liedes hingegen dem Betrachter zum Mitsingen präsentiert.

Der iChair -- noch unbekanntes Produkt aus der Zusammenarbeit von Steve Jobs und Ikea.

Innovatives Mac-Zubehör kommt von Thinkgeek: Das USB-Desktop-Fondue-Set dürfte in der Realität ebensowenig funktionieren wie die USB-Heizdecke oder der iGrill. Nützlicher hingegen wohl der iCopulator, der zwei iPods mit Hilfe einer Latex-Manschette verbindet und den Datentransfer zwischen ihnen erlaubt – etwa zum Tausch von Musikstücken.

Mac-Zubehör ganz anderer Art soll Apple-Chef Steve Jobs nach einer Meldung von The Register demnächst entwerfen. Als "acting CEO" soll er beim schwedischen Möbelhaus IKEA anheuern. Als Beispiel für seinen neuen Wirkungskreis könnte der wohl aus den Entwicklungslabors entschlüpfte iChair dienen.

Eine Light-Version der kommenden Playstation Portable von Sony meldete Onlinekosten: Sie soll vor allem Suchterscheinungen bei Kleinkindern vorbeugen. Wie man einen DVD-Player zum DVD-Recorder umbaut, zeigte in diesem Jahr die Chip.

Indymedia meldete den Verkauf der eigenen Website an die Klassenfeinde: Der Springer-Konzern zahle umgerechnet eine Million Lira für die "multimediale Erweiterung der Marke Bild". Schon am 1. April aufgedeckt wurde der Scherz des Holiday-Parks in Haßloch: Nachdem der Parkdirektor Wolfgang Schneider mit der Lehre des Feng-Shui vertraut gemacht worden war, ordnete er angeblich die Umsetzung der etwa 1,3 Kilometer langen Achterbahn um 12 Meter an. Das Achterbahn-Forum Onride wollte ebenfalls zum positiven Chi beitragen und ersetzte das "r" in allen Wörtern im Forum durch ein "l" – aus onride wurde onlide. Die Süddeutsche hingegen verlegte die Hochzeit des englischen Thronfolgers kurzerhand um eine Woche nach vorn – und präsentierte auch gleich ein passendes, wenn auch etwas undeutliches Foto zum Event.

Einen Event anderer Art vermeldete die Tagesschau: Die aus dem Verkehrsfunk bekannten Orte in Deutschland, etwa Wildeshausen in Niedersachsen, Erwitte und Anröchte in Nordrhein-Westfalen, Sinsheim-Steinsfurt in Baden-Württemberg und Irxleben in Sachsen-Anhalt, würden die "Interessengemeinschaft verkehrsfunkbekannter Urlaubsorte" (IG VefUO) gründen und wollten ihre Bekanntheit dazu nutzen, ihre Orte touristisch besser zu vermarkten. Mit einem Anteil an den Rundfunkgebühren – schließlich sparten die Sender durch die stündliche Nennung der Ortsnamen einen beträchtlichen Teil ihrer Sendezeit – sollten etwa die Mittelstreifen der besonders stauanfälligen Abschnitte verschönert werden.

Eine innovative Partnervermittlung stellt Pro-Linux vor: Die Love-Box soll allein stehenden Unix-Usern helfen, einen adäquaten Partner zu finden, etwa für gemeinsame Gespräche, Bug-Sessions oder eine Kernel-Kompilierung. Ob mit oder ohne Partner wäre der Fluggesellschaft Condor am gestrigen Tag wohl egal gewesen: Der kostenlose Flug nach Molwanîen wird nie stattfinden, da niemand dieses Land kennt.

Zu Aprilscherzen im Web siehe auch:

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