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Grüne: "Suche nach Atommüll-Endlager steht noch am Anfang"

Die Suche für ein Atommüll-Endlager könne sich noch über etliche Jahre hinziehen, meint Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag.

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Grüne: "Suche nach Atommüll-Endlager steht noch am Anfang"

Luftaufnahme des Bergwerks Gorleben.

(Bild: Bundesgesellschaft für Endlagerung)

Die Grünen-Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl sieht Deutschland bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Müll noch am Anfang. "Wir sind sozusagen bei Schritt eins von Phase eins in einem vergleichenden Suchprozess, der sich über etliche Jahre erstrecken wird", sagte sie am Montag im Deutschlandfunk. "Im Moment ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung dabei, die Daten zusammenzutragen, die es über den Untergrund in Deutschland gibt." Das sei nicht einfach, "denn entsprechend dem Gesetz müssen diese ganzen Daten auch proaktiv transparent gemacht werden".

Die hoch radioaktiven Atom-Abfälle sollen tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit infrage. Solche Gebiete gibt es mehrere in Deutschland, besonders viele liegen in Niedersachsen. Bis laut Gesetz 2031 will der Bund einen Ort finden, das Ziel lautet maximale Sicherheit für eine Million Jahre.

Um die Eignung des Salzstocks in Gorleben für die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll wird seit Jahrzehnten gestritten. Das war der Grund dafür, die Endlager-Suche überhaupt neu aufzurollen. In das Erkundungsbergwerk wurde viel Geld gesteckt, über keinen anderen Standort ist so viel bekannt; es wird jetzt erst einmal eingemottet, ein potenzieller Standort bleibt es – Kritiker befürchten daher eine Vorfestlegung auf Gorleben.

"Es wird am Ende die Entscheidung nach der Wissenschaft fallen", sagte Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, im Deutschlandfunk. "Der bestgeeignete Standort in Deutschland wird der Standort für ein Lager für hoch radioaktiven Müll werden. Und nicht der Ort, an dem die Akzeptanz am höchsten ist."

Sieben AKW sind noch in Deutschland in Betrieb (7 Bilder)

Seit März 1984 ist C des AKW im bayerischen Gundremmingen in Betrieb. Block A war von 1967 bis 1977 in Betrieb. Der 1984 ans Netz gegangene Block B wurde am 31. Dezember 2017 abgeschaltet, Block C – ebenfalls 1984 in Betrieb genommen – soll 2021 folgen. (Bild: kkw-gundremmingen.de)

Am Montag sollte in Gorleben die Schutzmauer um den Salzstock geöffnet und später weitgehend abgerissen werden. Außerdem soll es eine symbolische Abschlussbefahrung unter Tage geben. (anw)