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Grundig feiert 25-Jahre Fachhandelsprogramm Cityline

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Horst Nikolaus Geschäftsführer Vertrieb bei Grundig.

Der TV-Hersteller Grundig hat in diesem Jahr etwas zu feiern. Das Unternehmen bietet schon seit 25 Jahren sein Fachhandelsprogramm Cityline an. Passend dazu stellte der Hersteller auf der IFA den neuen Cityline-Fernseher "Berlin" vor, der mit zusätzlichen 25-Monaten Garantie versehen wurde. Cityline-Geräte sind mit Sonderkonditionen und zusätzlichen Features ausgestattet und ausschließlich über den mittelständischen Fachhandel zu erwerben. Zu den zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen gehört beispielsweise die zweite Fernbedienung "Easy Remote". Zudem gewährt Grundig auf diese Geräte, die auf den beratungsintensive Fachhändler zugeschnitten sind, eine Sondergarantie von drei Jahren. "Wenn Reseller Grundig ausschließlich vermarkten wollen, dann können sie der Vereinigung GFI (Grundig Fachhandelsinitiative) beitreten. Die Vereinigung steht allen offen. Mehr als 3200 Fachhändler gehören mittlerweile dazu, die auch alle am Cityline-Programm teilnehmen. Sie sollen sich vom Wettbewerb abheben können", berichtet Horst Nikolaus, Managing Director Sales bei Grundig, im Gespräch mit heise resale. Den Mitglidern der GFI verspricht der Hersteller eine Rundum-Betreuung. Im Gegenzug hat Grundig ein Händlergremium eingesetzt, dass wiederum das Unternehmen im Bezug auf Vermarktung, Marketingthemen und Bedürfnisse des Händlers unter anderem bezogen auf Schulungen berät. Laut Nikolaus herrsche so zwischen Herstellern und Händlern ein ständiger reger Austausch.

Der Grundig-Fernsheher "Berlin" aus der Cityline-Serie kommt mit zusätzlichen 25 Monaten Garantie.

(Bild: Grundig)

Grundig fährt beim Vertrieb eine zweigleisige Strategie. 80 Prozent der Fachhändler bedient der Hersteller direkt, 20 Prozent bestellen die Produkte über den Großhandel. Viel Wert legt Grundig dabei nach Aussage von Nikolaus auf Service und Beratung. "Mir ist es sehr wichtig, dass Endkunden beim Kauf gut beraten werden. Das Schlimmste was passieren kann, ist, wenn ein Kunde einen Grundig-Fernseher kauft und dann nicht damit klar kommt. Das darf mit einem Markenprodukt nicht passieren und zufriedene Endkunden sind mit das wichtigste überhaupt", nimmt der Vertriebsleiter die Händler in die Pflicht. "Wir wollen aber auch, dass eine breite und heterogene Händlerlandschaft bestehen bleibt", so Nikolaus weiter.

Seit 2012 ist Grundig Technologiepartner der Fußball-Bundesliga.

(Bild: Grundig)

Dabei waren gerade die letzten Jahre alles andere als leicht für den Konzern. Anfang 2000 machte das Unternehmen noch einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, musste aber auch Verluste in Höhe von 150 Millionen Euro verkraften. Es folgte die Insolvenz 2004 und die Übernahme durch Beko Elektronik als Teil der Koc Holding. Seit 2005 ist die Marke Grundig wieder präsent. Dennoch befinde man sich seit dieser Zeit in einer Aufbauphase, habe aber mittlerweile in den Fachmärkten Platz drei nach Verkaufsstückzahlen im TV-Geschäft zurückerobert, wie Nikolaus verriet. Bedingt durch die Insolvenz und das kurzzeitige Verschwinden der Marke Grundig, was Nikolaus heute als "kleinen Unfall" bezeichnet, hat das Unternehmen weiterhin mit fehlender Wahrnehmung und einem angekratzten Image zu kämpfen. Auch aus diesem Grund ist der Hersteller die Partnerschaft mit der Fußball-Bundesliga eingegangen. Man wollte so die Marke pflegen und zurück in die "Köpfe der Verbraucher" kommen. "Für uns ist es zudem wichtig, da wir zeigen können, welche technologische Kompetenz wir haben. TV und Fußball, das passt einfach", so Nikolaus. "Es kamen oft die Fragen, gibt es die eigentlich noch, was machen die denn jetzt? Wir haben lange überlegt, wie wir das ändern können und denken, dass wir mit der Bundesliga-Kooperation die ideale Lösung gefunden haben."

(Bild: Grundig)

Künftig will der Hersteller weitere Segmente erschließen und sich weiter mehr und mehr zu einem Vollsortimenter der Elektronikbranche entwickeln. So sind Bluetooth-Kopfhörer und -Lautsprecher geplant. "Rund um das Fernsehen haben wir dann alle Bereich abgedeckt", sagt Nikolaus. Auch im Bereich der weißen Ware und des HaushaltsElektronikmarktes hat Grundig mittlerweile Fuß gefasst. Vom Toaster bis zum Staubsauger kann man Elektrokleingeräte vom Nürnberger Hersteller beziehen. Denn auch wenn Grundig mittlerweile einem türkischen Unternehmen gehört, so hat die Grundig Intermedia GmbH als Beko-Tochter weiterhin ihren Sitz in Deutschland. Von hier aus werden alle deutschen Fachhandelspartner betreut. Produktion und Entwicklung aber wurden in die Türkei verlagert. "Wir legen viel Wert darauf, dass wir noch in Europa herstellen, denn das machen nicht mehr viele", unterstreicht der Vertriebschef. "Wer an einer Stelle im Markt stehen bleibt, der wird gnadenlos überholt. Diese Erfahrung mussten auch wir schon machen", erläutert Nikolaus die Lage. "Man muss Dynamik und richtiges Setup aufbringen, um bestehen zu können. Den Anschluss zu verlieren bedeutet, du bist raus aus dem Markt."

Was mit Radios begann, hat sich mittlerweile zum einem Beinahe-Vollsortimenter entwickelt: Grundig fertigt auch Waschmaschinen.

(Bild: Grundig)

Das schlechte TV-Geschäft zu Jahresbeginn hat auch Grundig deutlich zu spüren bekommen. Man habe massiv gelitten, wie es Nikolaus ausdrückt. Allerdings dürfe man auch nicht vergessen, dass die Branche 2012 ein Rekordjahr erlebt hat und auch die Jahre 2010 und 2011 mit jeweils mehr als 9 Millionen verkaufter Geräte sehr gut verlaufen sind. "Wir hatten tolle Jahre. Dass 2013 nicht so gut wird, war fast zu erwarten. Allerdings hatten wir mit einem Rückgang um 15 und nicht um 25 Prozent gerechnet, wie es jetzt aktuell der Fall ist", erläutert der Grundig-Manager. Die guten Bestellzahlen für das Jahresendgeschäft machten aber auch Mut, dass sich das Geschäft noch etwas erhole. Optimismus jedenfalls, so Nikolaus, sei beim Handel wieder zu spüren. Auch daher steige die Nachfrage wieder. Trotz eines optimistischen Ausblicks überlegt der Hersteller wie er sich künftig noch breiter aufstellen kann, um einzelne Engpässe im Geschäft leichter auszugleichen und das hart umkämpfte TV-Geschäft ein wenig zu entlasten. Laut Horst Nikolaus seien dabei aber Smartphones kein Thema. Viel mehr wird überlegt, bei Notebooks einzusteigen. Dieses Feld sei aber ähnlich hart umkämpft wie der TV-Markt. "Derzeit wollen wir aber eigentlich keine zweite so große Baustelle haben", erläutert der Manager. Dafür hat sich Grundig entschieden, sowohl in der Bildung mit Wideboards als auch bei Hotel-TV aktiv zu werden. (roh)