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Grundig zahlt Abfindungen

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Der angeschlagene Elektronik-Konzern Grundig will seinen von der Entlassung bedrohten Beschäftigten Abfindungen bis zu 100.000 DM zahlen. Nach Angaben des Betriebsrates will das Unternehmen insgesamt 53,3 Millionen DM bereitstellen.

Das sehe ein Sozialplan vor, auf den sich Vorstand und Betriebsrat der Grundig AG geeinigt haben. Für den größten Teil der rund 1300 betroffenen Beschäftigten in Nürnberg und Bayreuth sollen die Abfindungen demnach zwischen 20.000 und 60.000 DM liegen. Grundig bestätigte am Freitag zwar die Einigung, machte aber zum Volumen und Einzelheiten des Sozialplans keine Angaben.

Bestandteil des Interessenausgleichs ist nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Dieter Appelt auch die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft. Zusätzlich zu den vereinbarten Sozialplanmitteln will Grundig dafür eine Anschubfinanzierung in Höhe von rund drei Millionen DM bereitstellen. Die in der Beschäftungsgesellschaft angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen sollen die entlassenen Mitarbeiter fit für neue Arbeitsplätze machen. Einzelheiten sollen in den nächsten Tagen zwischen Vorstand und Betriebsrat ausgehandelt werden.

Die Halbierung der Belegschaft im Werk Nürnberg-Langwasser auf rund 1100 Beschäftigte und der Abbau von 200 der rund 350 Arbeitsplätze in Bayreuth sind Teil eines Sanierungsprogramms des angeschlagenen Elektronik-Konzerns. So will das fränkische Traditionsunternehmen zum Kostenabbau die Fernseher-Produktion komplett von Nürnberg in das Werk Wien verlagern. Grundig-Chef Karl-Heinz Kohlhammer rechnet schon für das nächste Jahr wieder mit einem Gewinn im operativen Geschäft. In diesem Jahr werde der Verlust aller Voraussicht nach in dreistelliger Millionenhöhe liegen. Für die Schieflage des Unternehmens wird unter anderem die schwache Konjunktur in der Unterhaltselektronik und zu hohe Herstellungskosten verantwortlich gemacht. (dpa) / (mw)