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Günstige Heimautomatisierung dank digitalStrom?

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Nachdem im Januar Version 0.7.5 der Open-Source-Software für den digitalStromServer – die Steuereinheit von digitalStrom (siehe "Das Strom-Netz" in c't 2/10, S. 68) – veröffentlicht wurde, folgte auf der "Light+Building 2010" in Frankfurt am Main die Preisankündigung. digitalStrom wurde von der ETH Zürich und der deutsch-schweizerischen Firma Aizo als eine günstige Alternative zu leitergebundenen Heimautomatisierungs-Systemen angekündigt und soll sich durch die einfache Installation auszeichnen. Im Haus versteckte Chips verständigen sich per Power Line Communication (PLC), sodass keine besonderen Datenleitungen nötig sind. Der digitalStromServer (dSS) dient dabei als Steuerzentrale, die "Ereignisse" wie Tastendrücke oder Bewegungsmeldungen entgegennimmt und darauf mit Schalt- oder Regelvorgängen reagiert.

Jan Zakrzewski von der Firma Aizo nannte als Preis für die Installation des ersten Raumes (beinhaltend etwa acht Lampen und zwei bis drei Taster) ungefähr 1000 Euro. Jeder weitere Raum würde, nachdem die Grundausstattung bestehend aus digitalStromServer und -Meter (dSM) bereits installiert ist, 500 bis 800 Euro kosten. Mit steigender Zahl der Geräte braucht man zusätzliche dSS. Hiervon koste jeder weitere etwa 250 Euro, so Zakrzewski. Benötigt man einen zusätzliches dSM, so schlage dies noch einmal mit 100 bis 200 Euro zu Buche.

Die zum Nachrüsten vorhandener Elektrogeräte benötigten intelligenten "Lüsterklemmen" wird es nicht frei zu kaufen geben, da sie nur rudimentäre Funktionen nachrüsten und beispielsweise ein dimmbares Radio keinen Sinn ergeben würde. Für Bastler hat dies zur Folge, dass sich alte Elektrogeräte doch nicht so unproblematisch an digitalStrom-Netz anbinden lassen wie ursprünglich erhofft.

Dass man somit auch keine neu gekauften Lampen nachrüsten kann, wäre nicht weiter schlimm, da die Hersteller die Chips von Anfang an einbauen könne, heißt es. Die Chips kosten jedoch 10 bis 15 Euro und würden so eine einfache Tischlampe erheblich verteuern.

Die erste Hardware-Revision soll im Herbst in einer Auflage von mehreren tausend Stück auf den Markt kommen. (vza)

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