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HD-DVD-Hack offenbar bestätigt

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Nachdem bereits Zweifel aufkamen, ob das kürzlich veröffentlichte Tool BackupHDDVD tatsächlich AACS-geschützte HD DVDs entschlüsselt, konnten mit Unterstützung eines auf pastebin veröffentlichten Suchrätsels augenscheinlich authentische Title Keys von HD DVDs ausfindig gemacht werden. Demnach sollen sich aus den Google-Suchergebnissen zu den aufgelisteten Stichwörtern Zahlen ableiten lassen, die – umgewandelt in hexadezimale Schreibweise – gemeinsam einen 16 Byte langen Title Key des HD-DVD-Films "Serenity" ergeben.

Tatsächlich wollen einige Mitglieder des Doom9-Forums herausgefunden haben, dass nicht nur dieser unverschlüsselte Title Key während der HD-DVD-Wiedergabe im Speicher der japanischen Version von WinDVD 8 HD zu finden ist, sondern eine komplette Tabelle aller unverschlüsselten Title Keys des Films. Inzwischen wurden im Doom9-Forum sogar angebliche Volume Keys für mehrere Filme veröffentlicht, mit dem AACS die Title Keys der jeweiligen Discs verschlüsselt. Alleine der Volume Key würde reichen, um mit BackupHDDVD den kompletten Inhalt der HD DVD zu entschlüsseln und auf Festplatte zu kopieren.

Ursprünglich wurde vermutet, muslix64 habe die unverschlüsselten Keys im Speicher einer OEM-Version von PowerDVD 6.5 HD DVD entlockt, das er in einem auf YouTube veröffentlichten Video (inzwischen nach Aufforderung von Warner Bros. entfernt) zum Abspielen der kopierten Dateien verwendete. Cyberlink hatte dies bestritten; mittlerweile verkauft der Hersteller mit PowerDVD Ultra eine Version seiner HD-DVD- und Blu-ray-Playersoftware auch an Endkunden.

AACS sieht vier Optionen vor, um HD-Player, -Software und -Inhalte aus dem Verkehr zu ziehen (Drive revocation, Host revocation, Device revocation und Content revocation). Für Title Keys oder Volume Keys gibt es laut muslix64 keine solche Möglichkeit. Vermutlich wird die betroffene WinDVD-Version aus dem Verkehr gezogen (Player revocation) und sich keine neueren HD DVDs mehr darauf abspielen lassen. Es lässt sich aber nicht verhindern, dass alle bereits veröffentlichten HD DVDs, die sich mit der Software abspielen lassen, kopiert werden können. Welche Konsequenzen Intervideo zu erwarten hat, ist noch nicht absehbar.

Im Unterschied zu dem bei der Video-DVD eingesetzten CSS ist der Kopierschutz AACS selbst nicht geknackt. Schon Anfang Januar stellte muslix64 klar, dass es sich bei BackupHDDVD lediglich um eine Implementierung der Entschlüsselungsroutinen des Advanced Access Content System handelt. Die Software ist daher auf Title (bzw. Volume) Keys angewiesen, um zu funktionieren. (vza)

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