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HD-Inhalte und Langzeitarchivierung lassen Speicherbedarf stark ansteigen [Update]

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Die auf den Markt für Speichersysteme spezialisierten Marktforscher von Coughlin Associates prophezeien einen Anstieg der ausgelieferten Massenspeicherkapazität für die Medienindustrie bis zum Jahr 2012 um das Achtfache. Während im Jahr 2006 die von den Herstellern neu ausgelieferten Massenspeicher für die Medienindustrie noch eine Gesamtkapazität von 259.406 Terabyte hatten, werde dies bis zum Jahr 2012 auf 2.287.547 Terabyte steigen. Besonders aufgrund der wachsenden Beliebtheit von Videodiensten im Internet und der zunehmenden Online-Auslieferungen von Bild- und Videoinhalten in hohen Auflösungen steige der Bedarf an Speicherkapazität in dieser Zeit sogar um das Zehnfache, schreiben die Marktforscher in einem Report, den sie im Detail auf der Storagevisions-Konferenz am kommenden Wochenende vorstellen wollen.

Nicht nur die zunehmende Verbreitung von HD-Videos aber lässt den Bedarf für Speicherkapazitäten steigen, auch Systeme zur Archivierung von Inhalten und zur langfristigen Speicherung von Dokumenten respektive Unterlagen fördern das Verlangen nach immer wachsendem Massenspeicherplatz. 2006 seien 54 Prozent der gesamten weltweit vorhandenen Speicherkapazität für kurz- und langfristige Archivierung aufgewendet worden; dieser Anteil werde bis 2012 auf 72 Prozent steigen. Derzeit würden für 72 Prozent der vorhandenen Speicherkapazität für Speicherbänder benutzt, optische Speichermedien kämen auf einen Anteil von 15 Prozent, Festplatten lägen bei 10 Prozent und Flash-Speicher bei 3,4 Prozent. Bis zum Jahr 2012 sollen sich die Anteile an der Gesamtspeicherkapazität auf 28 Prozent für Speicherbänder, 30 Prozent für optische Medien, 35 Prozent für Festplatten und 7,4 Prozent für Flash-Speicher verschieben. Auch nehme die Bedeutung von Network Attached Storage (NAS) und Storage Area Networks (SAN) im Verhältnis zu direkt an Computersysteme angeschlossene Massenspeicher weiter stark zu.

Einige Probleme sehen die Marktforscher aber auch kommen: So werde die Notwendigkeit, Verfahren und Techniken zur Format- und Medienkonvertierung zu schaffen und zu vereinheitlichen, angesichts des steigenden Speicherbedarfs immer dringender. Nur so könne vermieden werden, dass Inhalte, die in älteren oder überholten Formaten gespeichert würden, trotz ihrer Archivierung verloren gehen. Um das Problem der Langzeitarchivierung in den Griff zu bekommen, gibt es auch in Europa diverse Projekte, darunter etwa das EU-Projekt PLANETS (preservation and long-term access to our cultural and scientific heritage). In Deutschland beschäftigt sich das Projekt nestor mit der Langzeitarchivierung auch digitaler Inhalte. (jk)