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HD+: zahlungsunwillige TV-Zuschauer

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Der Satellitenbetreiber Astra hat am heutigen Freitag seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2011 vorgelegt, die auch die entsprechenden Daten für die von Astras Tochtergesellschaft HD Plus GmbH betriebene HDTV-Plattform HD+ enthalten. Nach einem Bericht des Branchendienstes DWDL empfangen demnach aktuell 1,5 Millionen Haushalte die HDTV-Fassungen von Privatsendern wie ProSieben, Sat.1, RTL und Vox mit einer passenden Smartcard.

Ob jedoch bei HD Plus Jubelstimmung ob der neuen Zahlen herrscht, darf bezweifelt werden: Tatsächlich bekommen Käufer eines HD+-zertifizierten Receivers eine für 12 Monate freigeschaltete HD+-Smartcard mitgeliefert. Entscheidend ist also, wieviele dieser Kunden sich nach Ablauf dieser Gratis-Phase entschließen, 50 Euro "Infrastrukturgebühr" für eine Verlängerung um ein Jahr zu zahlen.

Tele 5 HD ist seit Oktober der 12. Sender auf der HD+-Plattform

(Bild: Astra)

Und eben diese sogenannte Conversion-Rate sinkt: Anfang Mai hatte HD Plus noch berichtet, das von den 172.000 Zuschauern, die vom 1. November 2009 bis 31. März 2010 ein HD+-Empfangsgerät mit HD+ Karte gekauft und ein Jahr HD+ kostenfrei genutzt haben, 66 Prozent HD+ verlängert hätten. Laut DWDL zählte Astra am Ende des dritten Quartals 2011 allerdings lediglich rund 250.000 zahlende Kunden – was einen eher moderaten Anstieg darstellt. Der Branchendienst zitiert Astra mit den Worten, die Conversion-Rate liege aktuell "bei deutlich über 50 Prozent".

Eine Erklärung für diese Entwicklung: Da die Auswahl an HD+-fähigen Satelliten-Receivern anfangs noch eher beschränkt war, dürften die ersten Kunden noch explizit darauf geachtet haben, RTL HD & Co. empfangen zu können. Insofern sei bei diesen Kunden auch ein größere Bereitschaft vorhanden, für das Angebot zu zahlen. Mittlerweile kommen hingegen recht viele Sat-Receiver mit HD+-Zertifizierung und -Smartcard. Mancher der Neukunden, die solch einen Receiver erhalten, könnte HD+ demnach als kostenlose Zugabe betrachten, eine Zahlung für die HDTV-Fassungen der Privatsender aber nach der Gratis-Phase nicht in Erwägung ziehen. (nij)

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