HDMI 2.0a unterstützt HDR für realistischere Bilder

Die neue Spezifikation für HDMI in Version 2.0a ist fertig. Sie sieht Erweiterungen vor, mit dem sich Videos mit High-Dynamic-Range-Formaten übertragen und darstellen lassen. Vorgesehen ist das vor allem für neue 4K-Fernseher.

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Sony will nach einer Präsentation auf der CES zwei oder drei Modellreihen mit HDR auf den Markt bringen.

(Bild: heise online/nij)

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Das HDMI-Forum hat die Spezifikation 2.0a der Multimediaschnittstelle veröffentlicht. Neu ist vor allem. dass nun HDR-Formate unterstützt werden. Als Grundlage dient der als Erweiterung für Übertragungsformate ausgelegte Standard CEA-863.3. Der US-Unterhaltungselektronikverband CEA hatte die Erweiterung Ende Januar 2015 beschlossen, nachdem auf der CES erste HDR-Inhalte angekündigt wurden, für die sich unter anderem Netflix, LG und Sony einsetzen.

HDR soll für feinere Abstufungen in sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen sorgen und den In-Bild-Kontrast in Fotos und Videos insgesamt verbessern. Dafür benötigen die TV-Displays sogenannte 10-Bit-Panels und das HDMI-Signal muss die 10 Bit pro Farbkanal übertragen.

Zusätzlich besitzen die HDR-Displays kräftigere Farben, was LCDs üblicherweise mit sogenannten Quantenpunkten oder alternativ mit speziellen Phosphoren im LED-Backlight erreichen. Und sie benötigen ein lokal dimmbares Backlight mit mindestens doppelt so hohen Leuchtdichten wie bisher. So hatte Displayspezialist Samsung auf der CES im Januar gegenüber heise online erklärt, dass die HDR-fähigen SUHD-Fernseher punktuelle etwa 1000 cd/m2 hell leuchten – erzielt durch effizientere LEDs und eine lichtdurchlässigere Pixelstruktur.

Weil die neuen HDR-fähigen Displays die Leuchtdichte anhand von Metadaten im per HDMI 2.0a übermittelten Datenstrom anpassen müssen, benötigen sie eine spezielle Decoder-Hardware. Diese steckt nicht in älteren Geräten und ist für diese auch nicht nachrüstbar. Soll heißen: Von HDMI 2.0a profitieren nur Besitzer ausgewählter, brandneuer TVs wie Samsungs SUHD-Spitzenmodelle aus der 9500er Serie.

Erste Inhalte mit Superkontrasten gibt es aber schon, beispielsweise von Netflix: Dessen Eigenproduktion "Marco Polo" ist bereits in HDR gedreht, ebenso die dritte Staffel von "House of Cards". Bisher war Streaming direkt an Ultra-HD-Fernseher der einzige für HDR vorgesehene Verbreitungsweg. Hinweise auf HDR finden sich aber auch in geleakten Spezifikationen der 4K Blu-ray Disc. Dort soll der HEVC-Codec (H.265) zum Einsatz kommen, der HDR beherrscht.

Update: Meldung wurde überarbeitet und erweitert. (vbr)