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HDMI bald auch per Typ-C-Kabel

Die USB-Typ-C-Buchse wird immer universeller: Künftig soll sie auch HDMI-Signale übertragen.

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(Bild: c't)

Die HDMI Licensing LLC, das Standardisierungsgremium hinter HDMI, springt auf den USB-Typ-C-Zug auf: Ab sofort gibt es die Spezifikation für einen HDMI Alternate Mode. Sobald es Geräte gibt, die diesen Modus unterstützen, kann man Fernseher oder Beamer direkt mit einem Typ-C-auf-HDMI-Kabel anschließen. Die erste Version der Spezifikation sieht allerdings kein HDMI 2.0 vor, sondern nur HDMI 1.4b.

Schon jetzt gibt es Typ-C-auf HDMI-Adapter, doch in diesen sitzen Protokollumsetzer, die den Preis nach oben treiben: Wenn derzeit Videosignale aus einer Typ-C-Buchse kommen, dann üblicherweise im DisplayPort-Format. Der DP Alternate Mode (DP-Alt) ist schon länger möglich, wird aber bei weitem nicht von allen Geräte mit Typ-C-Buchse unterstützt.

Mit HDMI-Alt wird es künftig noch verwirrender, welches Gerät was kann, denn man kann Typ-C wahlweise auch zum Laden und für Thunderbolt 3 verwenden – alles optional, versteht sich. Übrigens hat auch das MHL-Konsortium einen Alternate Mode spezifiziert (MHL-Alt), der USB- und HDMI-Daten gleichzeitig über eine Typ-C-Verbindung schickt – analog zu MHL-Verbindungen über ältere USB-Buchsen-Formate.

Da künftig sowohl DisplayPort- als auch HDMI-Signale über eine Typ-C-Buchse fließen, stellt sich die Frage, wozu man überhaupt noch zwei konkurrierende Video-Standards braucht: Mit nur einem Standard, den dann alle Geräte unterstützen, würde es für Geräteentwickler wie Kunden deutlich einfacher.

Damit es dazu kommt, müssten sich aber zwei mächtige Brachen einig werden: Hinter DisplayPort steht die PC-Industrie, während HDMI von Unterhaltungselektronik-Herstellern unterstützt wird. Beide haben ihre Standpunkte in der Vergangenheit stark verteidigt, ohne sich auf den jeweils anderen zuzubewegen – wobei es nicht zuletzt natürlich um Lizenzeinnahmen geht. (mue)