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HDR-Video: Dolby Vision startet auf Ultra HD Blu-ray leise

Morgen kommen die ersten Ultra HD Blu-rays auf den deutschen Markt, die ein 4K-Videobild mit erhöhtem Kontrast nach dem dynamische Dolby-Vision-Verfahren enthalten. heise online hat schon einmal einen Blick auf Scheiben und Wiedergabegeräte geworfen.

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HDR-Video: Dolby Vision startet auf Ultra HD Blu-ray leise

(Bild: heise online / Nico Jurran)

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Am morgigen Donnerstag veröffentlicht Universal Pictures hierzulande die ersten beiden Teile der Animationsfilm-Reihe "Ich - einfach unverbesserlich" (englischer Originaltitel "Despicable Me") auf Ultra HD Blu-ray (UHD-BD). An sich wäre das keine große Sache – würde es sich nicht um die ersten beiden Scheiben handeln, die ein nach dem HDR-Verfahren "Dolby Vision" kodiertes Videobild bieten.

Tatsächlich haben bislang fast alle auf UHD-BD veröffentlichten Spielfilme ein Bild mit erhöhtem Kontrast (High Dynamic Range, HDR) und größerem Farbraum (BT.2020). Beim bislang ausschließlich genutzten "HDR10"-Verfahren konnte ein Studio bei der Produktion den gewünschten Bildeindruck allerdings lediglich einmal für den gesamten Film festlegen. Dolby Vision arbeitet indes "dynamisch", was in diesem Zusammenhang bedeutet, dass sich die Metadaten für jede Szene oder gar Bild für Bild festlegen lassen. Zudem arbeitet Dolby Vision mit 12 statt wie HDR10 mit 10 Bit Farbtiefe.

Bedenkt man, dass Dolby nun bereits seit dem Frühjahr 2016 die Werbetrommel für Dolby Vision im Heimbereich rührt, ist es nur schwer nachvollziehbar, wie still der Start über die Bühne geht: Auf der Folie der deutschen Discs befindet sich frontseitig lediglich ein gewöhnlicher HDR-Aufkleber, einen Hinweis auf Dolby Vision sucht man vergeblich. Auf der Cover-Rückseite versteckt sich dann noch das "Dolby Vision"-Logo zwischen einer Vielzahl anderer Logos – das war's. Selbst der auf den US-Discs noch vorhandene Hinweis "UHD Dolby Vison / HDR 10 Widescreen 1.85:1" wurde in der deutschen Version schlicht durch "1,85:1 "Widescreen" ersetzt.

Wer nicht vorher weiß, dass es sich bei den Discs um Scheiben mit Dolby-Vision-Bild handelt, wird darauf beim Stöbern im Elektronikmarkt sicher nicht kommen.

Die Metadaten auf den beiden Universal-Pictures-Scheiben sind allerdings nicht einmal die halbe Miete: Für die Wiedergabe des Dolby-Vision-Bildes benötigt man weiterhin einen passenden Player und einen Fernseher mit Dolby-Vision-Unterstützung. Möchte man das Videosignal vom Zuspieler zum TV-Gerät noch durch einen Audio/Video-Receiver schleusen, gilt dies natürlich auch für diesen.

Vom Oppo-Player UHP-203 laufen die Dolby-Vision-Signale im Testaufbau durch den Marantz-Receiver NR1608 zum LG-TV OLED55B7V (nicht im Bild).

(Bild: heise online / Nico Jurran)

Andernfalls erhält man ein Bild mit den Kontrasteinstellungen nach HDR10 – wenn alle Glieder der Kette zumindest dieses HDR-Format unterstützen. Die HDR10-Informationen sind auf jeder Dolby-Vision-Disc als Basis gespeichert. Mangelt es Disc, Player oder TV auch an HDR10, sieht man wiederum ein Videobild mit Standardkontrast (Standard Dynamic Range).

Bei den UHD-BD-Playern mit Dolby-Vision-Unterstützung ist die Auswahl äußerst übersichtlich: Wir nutzen für unsere Versuche derzeit den rund 850 Euro teuren Oppo UDP-203, der seit Ende vergangenen Jahres als "vorbereitet für Dolby Vision" verkauft wird. Tatsächlich veröffentlichte der Hersteller das nötige Firmware-Update gerade noch rechtzeitig.

Ein weiterer Kandidat ist der LG UP970 für unter 300 Euro, der ebenfalls als Dolby-Vision-ready angeboten wird. Ein angefragtes Testexemplar, bei dem wir gehofft hatten, dass es gleich mit Dolby-Vision-Firmware ausgestattet sein wird, traf aber bislang nicht in der Redaktion ein.

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