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HDTV-Start ohne Zuschauer

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Irgendwie hatten sich die deutschen Heimcineasten den Start in die Fernsehzukunft anders vorgestellt: Wenn am heutigen Mittwochmittag die ProSiebenSat.1 Media AG mit der seit Ende August angekündigten HDTV-Ausstrahlung seiner beiden Hauptkanäle ProSieben und Sat.1 über ASTRA 19,2° Ost startet, so ist dies nicht viel mehr als ein symbolischer Akt – sehen kann die Fernsehbilder mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten jedenfalls mangels geeigneter Empfangsgeräte vorerst niemand. Zwar ließen sich die für das im November startende Premiere-HD-Angebot angekündigten Receiver von Humax, Pace und Philips an sich auch für das Free-HDTV-Angebot nutzen, jedoch sind diese Geräte noch gar nicht verfügbar – und werden es eventuell nicht einmal zum Start von Premiere HD sein.

In diesem Zusammenhang überrascht vor allem die Aussage von ProSieben-Sat.1-Sprecher Christian Garres gegenüber Spiegel Online, wonach die Receiver-Hersteller angeblich versichert hätten, schon zum Start von ProSieben HD und Sat.1 HD Geräte auf dem Markt zu haben. Denn als Premiere-Chef Georg Kofler auf der IFA bekannt gab, dass der Pay-TV-Sender seine drei neuen HDTV-Programme (Film, Sport und Dokumentationen) nicht am 1., sondern erst am 19. November starten werde, zeigten sich die wenigsten Beobachter überrascht: Premiere setzt wie die ProSiebenSat.1 Media AG mit dem Video-Codec MPEG-4 AVC/H.264 und der digitalen Satelliten-Übertragungsnorm DVB-S2 auf die aktuellen Versionen der Standards, die Hersteller der ersten HDTV-Receiver der neuen Generation erst einmal in den Griff bekommen müssen. Daran, dass auch nur ein entsprechend ausgerüsteter Receiver zum Start von ProSieben HD und Sat.1 HD im Handel stehen würde, glaubte jedenfalls schon damals niemand ernsthaft.

Die HD-Video-Fans unter den PC-Anwendern hofften nun, die neuen HDTV-Sender einfach über ihren Rechner sehen zu können – vor allem, wenn sie zuvor bereits (mangels Alternativen) den belgischen HDTV-Sender HD1/Euro1080 und HDTV-Demoschleifen schauten und mitschnitten. Doch daraus wird ebenfalls nichts: Schuld daran ist der verwendete Übertragungsstandard DVB-S2, der bislang von keiner DVB-S-Karte unterstützt wird. Und selbst das verwundert nicht wirklich, da bislang nur Conexant Systems und STMicroelectronics (STM) DVB-S2-Demodulatorchips im Programm haben – in Musterstückzahlen.

In der ab Montag, den 31. Oktober, im Handel erhältlichen Ausgabe 23/05 beleuchtet c't die technischen Voraussetzungen für den Empfang der deutschen HDTV-Programme am PC und gibt dabei auch ein Ausblick auf die kommenden DVB-S2-Karten. (nij)