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HEVC-Nachfolger VVC/H.266: Gleiche Videoqualität bei halber Größe

WDR und das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut zeigen auf der IFA Resultate der Videokodierung mit Vorabversionen des HEVC-Nachfolgers Versatile Video Coding.

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(Bild: Shutterstock)

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Spätestens alle zehn Jahre entwickelt das gemeinsame Joint Video Experts Team der International Telecommunication Union (ITU) und der Moving Picture Experts Group (MPEG) einen neuen Videokompressionsstandard, der eine Verdopplung der Kodiereffizienz verspricht.

Bevor der kommende Standard Versatile Video Coding/H.266 (VVC) voraussichtlich im Sommer 2020 offiziell verabschiedet wird, wollen WDR und Fraunhofer HHI auf dem Gemeinschaftsstand der Deutschen TV-Plattform (Stand 203a, Halle 26) erste Resultate experimenteller VVC-Versionen präsentieren. VVC soll in den kommenden Jahren das aktuell beispielsweise bei Blu-ray Discs, 4K-Videostreaming und DVB-T2 eingesetzte HEVC/H.265 ablösen; erste Geräte mit VVC-Unterstützung werden Ende 2021 erwartet.

Belegt ein HEVC-kodierter 4K-Film aktuell rund 10 GByte, soll der kommende Standard VVC ohne sichtbare Qualitätseinbußen mit 5 GByte auskommen; entsprechend ließe sich ein 4K-Film in voller Qualität selbst über schmale Internet-Anbindungen von nur 8 MBit/s streamen.

VVC tritt nicht nur gegen seinen Vorgänger HEVC an, sondern auch gegen den von der Alliance of Open Media (AOMedia) entwickelten, lizenzkostenfreien Videocodec AV1. Letzterer erreicht eine mit HEVC vergleichbare Kodiereffizienz. AV1 kommt unter anderem bei YouTube zum Einsatz.

Tests von BBC Research & Development bescheinigten den experimentellen Vorabversionen von VVC bereits eine 25-prozentige Bitratenreduktion gegenüber HEVC und AV1; durch weitere Optimierung dürften 30 bis 50 Prozent Bitratenreduktion bei gleicher Videoqualität machbar sein. (vza)