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Technology Review

HIV-Test auf dem USB-Stick. Immunschwächeuntersuchung in wenigen Minuten

Mit einem speziellen USB-Stick wollen britische Forscher HIV-Infektionen innerhalb von weniger als einer halben Stunde diagnostizieren.

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Immunschwächuntersuchung in wenigen Minuten

Wer überprüfen möchte, ob er sich mit dem AIDS-Virus HIV angesteckt hat, muss bislang eine Körperflüssigkeitsprobe – etwa Speichel oder Urin, besser aber Blut – abgeben, um sie im Labor untersuchen zu lassen. Das kann Tage oder gar Wochen dauern. Wissenschaftler am Imperial College in London haben nun zusammen mit der Technologiefirma DNA Electronics ein Gerät entwickelt, das solche Tests auch zuhause erlaubt – und zwar innerhalb einer halben Stunde, wie die Entwickler sagen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("HIV-Test per USB-Stick").

Das Gerät sieht aus wie ein etwas zu groß geratener Speicherstick und wird in den USB-Anschluss eines PCs eingeschoben. Am oberen Ende sitzt eine Sensorfläche, auf die man einen Blutstropfen gibt. Die Fläche besteht aus Metall, dessen Säuregehalt (Azidität) sich je nach Virusgehalt im Blut verändert. Dies erkennt wiederum ein von den Forschern entwickelter pH-empfindlicher CMOS-Chip, der dies in elektrische Impulse umwandelt. Analysiert werden die Daten anschließend von dem mit dem Stick verbundenen Computer. Bei der Überprüfung von 991 klinischen Proben ergab sich eine korrekte Erkennungsrate von minimal 88,8 Prozent. Die Erkennung dauerte im Schnitt knapp 21 Minuten.

Detektiert werden kann derzeit das HIV-1-Virus. Der USB-Stick kann auch von bereits mit HIV infizierten Personen verwendet werden, um zu überprüfen, ob ihre Medikation die Viruslast im Blut wie erhofft senkt. "Die Überwachung der Viruslast entscheidend für den Erfolg einer HIV-Behandlung", sagt Graham Cooke, leitender Autor der Studie, der am Department of Medicine arbeitet. "Momentan werden teure und komplexe Geräte benötigt, die einige Tage benötigen, bis das Ergebnis vorliegt. Wir konnten die Arbeit, die von solchen Geräten, die die Größe eines mächtigen Fotokopierers haben, erledigt wurde, nun auf einem USB-Chip zusammenschrumpfen." Noch ist unklar, wann die Technik kommerzialisiert wird.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

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