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HP-Management unterstellt hauseigenen Fusionsgegnern Egoismus

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Im Streit um die Übernahme von Compaq verhärten sich im Hause Hewlett-Packard langsam die Fronten. Nun wirft das HP-Management den Übernahmegegnern von der David and Lucile Packard Foundation vor, sie würden vor dem Risiko der Fusion aus eigenem Interesse zurückscheuen. HP-Manager unterstellen der Foundation, sie wolle Aktien verkaufen, um Verpflichtungen nachkommen zu können. Ein Kursverlust käme da sehr ungelegen.

Futter für die Vorwürfe gaben laut Wall Street Journal Äußerungen von Foundation-Präsident Richard Schlossberg III. Er hatte am Montag gesagt, das Risikopotenzial seiner Foundation sei mit dem anderer Aktieninhaber nicht zu vergleichen. Schlossberg hat guten Grund zum Missmut: Fast das gesamte Aktienkapital der Foundation stammt von Hewlett-Packard, andere vom HP-Ableger Agilent. Der Hersteller von Netz- und Messtechnikgeräten leidet wie viele unter der Wirtschaftsflaute und machte kräftig Verluste. Dadurch reduzierte sich der Wert der Aktien im Besitz der Foundation von Juli 2000 bis zum vorigen Monat von 18 Milliarden US-Dollar (20,3 Milliarden Euro) auf 6,5 Milliarden US-Dollar (7,3 Milliarden Euro).

Nicht nur die Packard-Foundation, auch die Familie des zweiten Firmengründers stellt sich gegen die Übernahme von Compaq. Walter Hewlett begründete dies jüngst vor der US-Börsenaufsicht mit einen erheblichen Verfall des Aktienwertes. Derweil hält sich HP-Chefin Carly Fiorina in New York auf, um bei den Investoren gegen die Fusionsgegner zu agitieren. (anw)