zurück zum Artikel

HP-Mitarbeiter demonstrieren gegen Werksschließung

Cebit

HP-Mitarbeiter demonstrieren vor dem Haupteingang zur CeBIT

(Bild: Jürgen Kuri / heise online)

"Ha Peee behandelt uns wie Dreck! Ha Peee schmeißt seine Leute weg! Ha Peeee macht Rüsselsheim jetzt platt! Ha Peee wir haben es so satt!" Ungewohnte Klänge vor dem Haupteingang des Messegeländes in Hannover: HP-Mitarbeiter demonstrierten auf der CeBIT mit Protestgesängen (auf die Melodie von "Go West", übrigens) gegen die Schließung des HP-Werks in Rüsselsheim. In Mülltüten gewandet, beschriftet etwa mit "Ich werde von HP entsorgt" oder "Für HP bin ich Müll", nahm eine Gruppe von rund 50 HP-Mitarbeitern schließlich vor dem Eingang Nord zur CeBIT Aufstellung, nachdem die Polizei zuvor verhindert hatte, dass eine Demo direkt am HP-Stand auf der CeBIT stattfand.

Hewlett-Packard hatte Anfang Februar dieses Jahres verkündet, dass im Rahmen der Umstrukturierung des Konzerns das Werk in Rüsselsheim [1] geschlossen und rund 850 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren sollen, weitere rund 250 Mitarbeiter sollen zurück zur Adam Opel AG wechseln. Der Autobauer hatte die IT-Dienste einst ausgelagert und holt sie jetzt zurück ins Haus. Der Standort Rüsselsheim war mit der Übernahme von EDS im Jahr 2009 zu HP gekommen.

Die IG Metall hatte von Anfang an heftig gegen die Pläne protestiert und Widerstand angekündigt [2]. Erst am Mittwoch hatte der HP-Gesamtbetriebsrat des IT-Spezialisten seine Forderungen zum Erhalt des Standorts Rüsselsheim bekräftigt. "Wir können das so nicht akzeptieren. Wir fordern HP auf, das Vorhaben zu überdenken", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Günter Hornung gegenüber dpa. Hornung betonte: "Es muss überlegt werden, welche anderen Möglichkeiten es gibt – ohne einen Kahlschlag."

(Quelle: heise online/jk)

Die HP-Mitarbeiter forderten auf ihrer Demonstration in Hannover, den Standort in Rüsselsheim zu erhalten; sie betonen, dass dort seit Jahren hochwertige Informationsdienstleistungen für Unternehmenskunden erbracht und nicht in der Drucker-, PC- oder Server-Sparte von HP gearbeitet werde. Jeder Mitarbeiter bei HP müsse aber eine Perspektive geboten werden, nicht nur denen in Rüsselsheim, heißt es weiter. Mit einer eigenes eingerichteten Webseite [3] rufen die HP-Mitarbeiter dazu auf, ihr Anliegen zu unterstützen.

Mit der Schließung von Rüsselsheim will HP den deutschen Beitrag zum globalen Sparprogramm leisten: Weltweit will der Konzern rund 29.000 Stellen streichen. Zuletzt hatte HP schwer unter der nachlassenden Nachfrage nach PCs und Druckern gelitten [4]. (jk [5])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1818281

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/Hewlett-Packard-bestaetigt-Entlassungen-1796595.html
[2] https://www.heise.de/meldung/IG-Metall-will-um-Arbeitsplaetze-bei-HP-kaempfen-1797353.html
[3] http://zukunft-at-hp.de/aufruf
[4] https://www.heise.de/meldung/Hewlett-Packard-wird-weniger-Notebooks-und-Drucker-los-1807995.html
[5] mailto:jk@ct.de