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HP-Notebook mit Spezialversion vom Athlon 64 [Update]

Im neuen HP [1]-Notebook nx9105 steckt ein seltsamer Prozessor, den AMD offiziell gar nicht führt. Er heißt "Mobile Athlon XP-M 3000+" und hat den Clawhammer-Kern des Athlon 64, aber keine AMD64-Befehle. Laut AMD handelt es sich um eine preisgünstige Spezialversion des Clawhammer für HP. Mit einem Einstiegspreis von rund 1200 Euro kostet das nx9105 tatsächlich deutlich weniger als bisherige Notebooks mit vollwertigem Mobile Athlon 64.

AMDs HP-Hammer hat keine x86-64-Befehle und einen kleinen L2-Cache.

Der abgespeckte Prozessor läuft mit maximal 1,6 GHz und taktet sich per PowerNow! auf 800 MHz herunter. Bei vollem Takt hat er eine TDP (Thermal Design Power) von etwa 60 Watt. Der L2-Cache ist mit 256 KByte deutlich kleiner als beim bisherigen Mobile Athlon 64, der 512 KByte oder 1 MByte L2-Cache trägt. Ob es sich um den vor kurzem angekündigten Sempron [2] handelt, ist unklar, weil AMD dessen technische Daten noch nicht genau spezifiziert hat.

Das angegebene Quantispeed-Rating 3000+ führt allerdings in die Irre: Der Mobile Athlon 64 3000+ hat 1,8 GHz und 1 MByte L2-Cache und arbeitet damit deutlich schneller als der von HP eingesetzte Prozessor. Auch der Vergleich zum alten Athlon-XP-Kern hinkt: Der XP-M 3000+ hat einen Barton-Kern mit 512 KByte L2-Cache und 2,1 GHz und dürfte den HP-Prozessor locker abhängen. Ein Rating von 2600+ oder 2500+ wäre für den abgespeckten Clawhammer eher angebracht.

Das nx9105 bietet eine ordentliche Ausstattung: Das Display misst 15,4 Zoll Diagonale und zeigt 1280 × 800 Punkte im 16:10-Format. In bisherigen Tests haben sich alle diese Breitbild-Displays als für Notebook-Verhältnisse überdurchschnittlich gut erwiesen. Die Grafikausgabe übernimmt der in die Jahre gekommene Nvidia GeForce4 420Go (DirectX 7) mit 32 MByte Speicher, der ältere Spiele noch halbwegs brauchbar beschleunigt, aber bei aktuellen DirectX-8 oder -9-Titeln passen muss. Als Chipsatz kommt der Nvidia nForce3 150 zum Einsatz. Ins Einstiegsmodell sind 512 MByte Hauptspeicher, eine 60 GByte große Festplatte, ein DVD-CD/RW-Kombilaufwerk, ein Kartenleser und ein WLAN-Modul nach 802.11b eingebaut. Als Desktop-Ersatz für Nicht-Spieler sollte sich das nx9105 damit gut eignen, für 3D-Gamer ist der Grafikchip etwas schlapp. Gegen den ständigen Mobileinsatz sprechen das hohe Gewicht von 3,5 Kilogramm und die mit 3 Stunden nur mittelmäßige Laufzeit. HP gewährt eine einjährige Garantie mit Abhol- und Bringservice. (jow [3])


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http://www.heise.de/-103475

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[1] http://www.hp.com
[2] https://www.heise.de/meldung/AMD-kuendigt-neue-PC-Prozessor-Baureihe-an-99020.html
[3] mailto:jow@ct.de