HP stellt WebOS unter Open-Source-Lizenz

Nachdem die Entscheidung über die Zukunft WebOS mehrmals verschoben wurde, hat die neue Chefin Meg Whitman ihre Pläne für die angeschlagene Mobilplattform vorgestellt – und neue Hardware in Aussicht gestellt.

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Von
  • Volker Zota

Nachdem die Entscheidung über die Zukunft WebOS schon mehrmals vertagt worden war, hat die neue Chefin von Hewlett-Packard (HP), Meg Whitman, ihre Pläne für die angeschlagene Mobilplattform vorgestellt. Weil sich offenbar kein Käufer für WebOS gefunden hat, übergibt HP das komplette Betriebssystem an die Open-Source-Community und setzt auf deren Kreativität, um die Entwicklung der "Next-Generation Web-Centric Platform" zu beschleunigen. Das Entwickler-Blog steht interessierten Programmierern für den Ideenaustausch offen, erklärte Whitman.

Das Unternehmen will sich weiterhin aktiv an der Entwicklung beteiligen und WebOS unterstützen. Um eine Fragmentierung zu vermeiden, will HP die Koordination der Open-Source-Entwicklung übernehmen. Mit Blick auf die Gerätehersteller pries Whitman WebOS als "das einzige von Grund auf mobile, skalierbare und mit der Cloud verknüpfte System" an, äußerte sich aber weder zu etwaigen Partnern noch eigenen Plänen für WebOS-Smartphones oder -Tablets. In einer kurzen FAQ heißt es lediglich, dass HP Geräte von Drittanbietern erwartet, wenn WebOS als Open-Source-Alternative im Markt Fahrt aufnimmt.

HP selbst will prüfen, ob WebOS künftig für eigene Geräte in Frage kommt, betont aber auch, dass es ebenso andere Systeme ausloten wird. In einem Interview mit dem US-amerikanischen Newsdienst The Verge äußerte sich Whitman hingegen etwas konkreter: HP entwickle weiterhin WebOS-Hardware, könne aber nicht sagen, ob diese 2012 oder später auf den Markt kommen werde. Auf die Nachfrage, ob es dabei um Drucker, Smartphones oder Tablets ginge, ließ sie durchblicken, dass es in der näheren Zukunft wohl am ehesten Tablets sein werden, von Smartphones werde HP hingegen die Finger lassen.

Neben WebOS selbst will HP auch das mit WebOS 3.0 eingeführte – und inzwischen auch unter WebOS 2.x unterstützte – Anwendungs-Framework Enyo freigeben, dies allerdings zu einem späteren Zeitpunkt. Enyo setzt maßgeblich auf aktuelle Webtechniken.

Bleibt die Frage, welche Auswirkungen HPs Ankündigung hat. Wie hieß es in einem Twitter-Beitrag so schön: "Schrödingers Plattform: WebOS ist augenscheinlich sowohl tot als auch lebendig und eine Katze". Zwar ist die Zukunft vorerst gesichert und die ohnehin schon rege Open-Source-Community rund um WebOS Internals hat künftig vermutlich mehr Einfluss auf die Entwicklung. Doch nur, wenn HP und/oder eine andere Firma zeitnah neue WebOS-Geräte auf den Markt bringen, wird sich der amerikanische Patient berappeln können.

Unterdessen liefert HP WebOS-Updates für das Pre2 auf Version 2.2.4 aus und kündigte für den 11. Dezember einen weiteren Firesale runderneuerter ("refurbished") TouchPads in den USA an. (vza)