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HP und Epson sehen durch hohe Urheberrechtsabgaben Arbeitsplätze in Gefahr

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Vertreter der Foto- und Computerindustrie haben auf der photokina in Köln vor im europäischen Vergleich hohen Urheberrechtsabgaben und negativen Folgen für den deutschen Markt gewarnt. "Die meisten Nachbarländer in der EU haben keine oder wesentlich niedrigere Abgaben. In Deutschland jedoch ist nahezu jedes digitale Gerät und Speichermedium von Abgaben bedroht", hieß es heute in einer gemeinsamen Erklärung von Epson und Hewlett-Packard (HP). Sie zielen auf Pauschalgebühren von Verwertungsgesellschaften wie GEMA, VG Wort oder VG Bild-Kunst. Gegen Abgaben zum Beispiel auf Multifunktionsgeräte führt HP schon seit einigen Jahren das Wort.

Vor allem der Handel werde in einen Wettbewerb mit EU-Nachbarländern gezwungen, der nicht zu gewinnen sei, sagte der Vorstandschef von Epson Europe, Ramon Ollé. "Wer das veraltete System pauschaler Geräteabgaben unverändert auf moderne digitale Geräte überträgt", gefährde Investitionen und die Industrie am Standort Deutschland, sagte Henning Ohlsson von Epson Deutschland.

Laut Epson und HP würden beispielsweise für ein "Standard-Farbmultifunktionsgerät" – bestehend meist aus Drucker, Fax und Scanner – mit einem Durchschnittspreis von 120 Euro mehr als 76 Euro Abgaben pro Gerät gefordert. Bei vielen Geräten würde sich der Verkaufspreis mehr als verdoppeln. Konsequenzen seien massive Umsatzeinbußen für den stationären Handel, hieß es: "Wenn nur 30 Prozent der Käufer in Nachbarländern einkaufen, wäre das schon ein Verlust von über 400 Millionen Euro jährlich. Der Fachhandel verliert damit seine wirtschaftliche Grundlage in Deutschland. Anbieter und Händler werden gezwungen, in Deutschland Arbeitsplätze abzubauen."

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) äußerte sich heute auf Anfrage ähnlich. "Wir sperren uns nicht grundsätzlich gegen Kopierabgaben auf Multifunktionsgeräte, nur gegen die maßlosen Forderungen der Verwertungsgesellschaften", sagte Präsidiumsmitglied Jörg Menno Harms. Es müsse eine klare Obergrenze für solche Abgaben geben. (dpa) / (anw)