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HTC macht Millionenverluste mit Onlinespiel-Dienst

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Der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC hat am Montag mitgeteilt, mit der Investition in den Cloud-Gaming-Dienst OnLive 40 Millionen US-Dollar (32,5 Millionen Euro) Verlust eingefahren zu haben. Laut HTC musste eine "Umstrukturierung der Vermögenswerte" vorgenommen werden, da der einst so ambitionierte Spieleanbieter über kein ausreichendes Betriebskapital mehr verfügte und keine Möglichkeit hatte, frisches Geld aufzunehmen. Weitere Details nannte das taiwanische Unternehmen nicht.

In der vergangenen Woche wurde bereits publik, dass ein neuer Investor den am Rande der Insolvenz stehenden Spieleanbieter komplett übernommen hat. Wie The Verge am Sonntag meldete, handelt es sich dabei um die US-amerikanische Investmentfirma Lauder Partners. Im Rahmen einer Restrukturierung sollen dem Bericht zufolge die Vermögenswerte von OnLive in eine neue Gesellschaft mit dem gleichen Namen überführt werden. Nur knapp die Hälfte der bisherigen Mitarbeiter soll weiter beschäftigt werden. Für die rund 2,5 Millionen Kunden des Spieleportals sollen durch die Übernahme aber keine Veränderungen entstehen.

Neben dem Verlust konnte HTC aber auch eine neue Beteiligung vermelden: Mit 35,4 Millionen US-Dollar erwirbt das Unternehmen einen Anteil von 17,1 Prozent an Magnet Systems, einem Startup für mobile Unternehmens-Anwendungen. Der Smartphone-Hersteller hofft, damit sein Angebotsportfolio für Unternehmenskunden erweitern zu können, zum Beispiel im Bereich der Cloud-Dienste.

Eine weitere Beteiligung hatte HTC bereits im Juli 2012 teilweise wieder abgestoßen: Von den im September 2011 für 309 Millionen US-Dollar erworbenen 51 Prozent am Audio-Spezialisten Beats wurde wieder knapp die Hälfte der Anteile verkauft – für 150 Millionen US-Dollar. Auch in seinem Kerngeschäft musste HTC zuletzt Federn lassen. Nachdem der frühere Auftragsfertiger im Jahr 2011 mit Smartphones im HTC-Branding Erfolge feierte, gingen Umsätze und Marktanteile der Marke seither deutlich zurück. (axk)