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HTC schreibt nach Umsatzeinbruch wieder rote Zahlen

Der Smartphone-Pionier kommt nicht zur Ruhe: Nachdem das neue Spitzenmodell HTC One M9 offenbar die Hoffnungen nicht erfüllen kann, geriet der Hersteller im zweiten Quartal wieder in die Verlustzone.

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Peter Chou hat HTC als Markenhersteller groß gemacht und musste nach drei mageren Jahren die Führung abgeben.

(Bild: dpa, Peter Dasilva/Archiv)

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Nachdem die Umsatzahlen von HTC zuletzt wieder etwas Hoffnung verhießen, ist der taiwanische Handyhersteller im zweiten Quartal 2015 wieder in die roten Zahlen gerutscht. Nach vorläufigen Zahlen, die das Unternehmen am Montag in Taipei veröffentlicht hat, brach der Umsatz von 65 Milliarden Taiwan-Dollar (NTD) im Vorjahresquartal auf 33 Milliarden NTD (967 Millionen Euro) ein. Nach einem Gewinn von 2,26 Milliarden NTD im zweiten Quartal 2014 weist HTC für den Zeitraum April bis Juni einen Verlust von 8 Milliarden NTD (235 Millionen Euro) aus.

Im vergangenen Jahr war HTC nach dem ersten Verlust der Firmengeschichte wieder besser in die Spur gekommen. Das Anfang 2014 vorgestellte Smartphone One M8 konnte die Hoffnungen zwar nicht ganz erfüllen, doch verhalf es dem Hersteller wieder in die schwarzen Zahlen. Das M8 war schon im April 2014 erhältlich, was sich auch im Umsatz des zweiten Quartals 2014 widerspiegelt. Für das Schlussquartal 2014 verzeichnete HTC auch erstmals wieder ein Umsatzplus.

HTC One M9 - Hands On (7 Bilder)

HTC One M9 - Hands On

Optisch hat sich wenig getan, die Neuerungen stecken beim HTC One M9 im Innern.

(Bild: Techstage.de)

Der auf dem Mobile World Congress 2015 vorgestellte Nachfolger HTC One M9 kam etwas später auf den Markt und konnte bisher offenbar keine großen Impulse geben. Unbestätigten Meldungen zufolge soll der Absatz des M9 deutlich hinter dem Vorgängermodell zurückbleiben. Der Smartphone-Pionier HTC, der das erste Android-Handy auf den Markt brachte und zu den ganz Großen im Geschäft gehört, hat den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Dem Hersteller macht vor allem die preiswerte, aber ebenbürtige Konkurrenz aus China zu schaffen.

Das taiwanische Unternehmen versucht, sich den neuen Bedingungen anzupassen und breiter aufzustellen. Nachdem mit einem Flaggschiff kein Staat mehr zu machen ist, will HTC nun diversifizieren und neben Mittelklasse-Smartphones auch andere Geräteklassen auf den Markt bringen. Neben der VR-Brille Vive, die HTC auf dem MWC in Barcelona schon mal gezeigt hat, gibt es einen Fitness-Tracker und Gerüchte über eine Smartwatch. Das Problem für HTC: In all diesen Segmenten ist die Konkurrenz heftig und schon auf dem Markt.

De Rückfall im zweiten Quartal zeigt, wie schwierig der Gesundungsprozess bei HTC ist. Dabei vertraut der Hersteller nicht weiter auf die heilenden Hände von Gründer Peter Chou, der den taiwanischen Auftragsfertiger ab 2008 zur einer der großen Smartphone-Marken gemacht hatte. Im März musste Chou seinen Chefposten räumen, seither führt die vorherige Verwaltungsratschefin Cher Wang den HTC-Konzern. Chou bleibt an Bord und soll sich verstärkt um die Entwicklung kümmern. (vbr)