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HTC streicht Android 4.0 für Desire HD

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HTC hat das für das Oberklassemodell HTC Desire HD versprochene Update auf Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) gestrichen. Vorangegangen war ein Hin und Her: Eigentlich sollte das Smartphone das bereits im Februar angekündigte Update auf das aktuelle Android bis Ende August erhalten. Doch dann teilte der kanadische Provider Telus im Juli mit, dass es kein Update (PDF-Datei) mehr für das Gerät geben werde. HTC dementierte prompt und versicherte, man sei weiterhin im Zeitplan.

Das Desire HD von HTC bekommt nun doch kein Ice Cream Sandwich.

(Bild: HTC)

Offenbar war diese Aussage jedoch zu optimistisch, denn kaum eine Woche später hat HTC das Update nun offiziell gestrichen. Man sei nach ausführlichen Tests zur Erkenntnis gelangt, dass die aktuelle Gerätesoftware die "beste Nutzererfahrung bieten würde" und entschuldige sich für die entstandene Verwirrung. Viele Kunden sind entsprechend frustriert und bringen ihre Enttäuschung im Netz teilweise deutlich zum Ausdruck. Auch eine Petition wurde bereits initiiert, die das Update einfordert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern geht HTC relativ offen mit seiner Update-Politik um und ergänzte den Blog-Eintrag mit einer ausführlicheren Begründung, die mittlerweile auch auf Deutsch verfügbar ist. So sei es "aufgrund der Tatsache, wie der Speicher auf dem Desire HD aufgeteilt ist und aufgrund der größeren Größe von Android 4.0 [...] erforderlich, den Speicher des Gerätes neu zu unterteilen und die Nutzerdaten zu überschreiben". Ein Großteil der Kunden würde diese Lösung jedoch nicht akzeptabel finden. Zudem wolle man auch nicht auf Funktionen verzichten, um das Update zu verkleinern. Hier dürfte wohl auch die Nutzeroberfläche HTC Sense gemeint sein. Selbst dann müsse man mit weiteren Problemen aufgrund des geringen Platzes rechnen.

HTC ist nicht der erste Hersteller, dem ein knapp bemessenes ROM zum Verhängnis wird. Auch Samsung nannte dies als einen Grund für das ausbleibende Update des Galaxy S. Dabei mangelt es den betroffenen Geräten gar nicht an Flash-Speicher und Leistung, was die Situation für viele betroffene Nutzer umso unverständlicher erscheinen lässt. Anderseits will der Hersteller auch nicht auf seine eigene Zugaben verzichten.

Um das Dilemma zu lösen müsste der interne Speicher wie von HTC erwähnt also neu aufgeteilt werden. Alle darauf vorhandenen Daten wären ohne vorherige Sicherung verloren. Bei einem regulär verteilten Update würde dies wohl selbst mit einem deutlichen Hinweis versehen viele unbedarfte Nutzer auf den falschen Fuß erwischen. Bisher hat auch kein anderer Hersteller diese Operation am offenen Herzen gewagt.

Einen Ausweg könnte das erste Desire aufzeigen, das ebenfalls aus Platzgründen nicht mehr in den Genuss von Android 2.3 kommen sollte. Stattdessen veröffentlichte HTC ein abgespecktes Gingerbread-Update für erfahrene Nutzer auf seiner Entwickler-Plattform. Das war jedoch nur für wenige Regionen verfügbar und musste teilweise auf Funktionen wie SMS verzichten. (asp)