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HTML5: W3C hält an DRM-Schnittstelle fest

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Das World Wide Web Consortium (W3C) hat am Freitag den ersten öffentlichen Entwurf für Encrypted Media Extensions (EME) vorgelegt. EME ermöglichen es Inhalteanbietern, Schnittstellen für Rechtemanagement (DRM) in HTML5-basierende Media-Player zu integrieren. Google, Microsoft und der Online-Streamingdienst Netflix arbeiten gemeinsam an den Encrypted Media Extensions. Die Verschlüsselungstechnik selbst ist nicht Bestandteil des Entwurfs.

Mit dem neuen Entwurf setzt sich das Webstandards-Gremium über die Kritiker hinweg, die sich rund um die Free Software Foundation (FSF) versammelt haben. Die von der FSF betriebene Anti-DRM-Kampagne "Defective by Design" hatte unter dem Motto "We don't want the Hollyweb" Unterschriften gegen diesen "katastrophalen Entwurf" gesammelt; allerdings konnten FSF und befreundete Organisationen nur die Hälfte der geplanten 50.000 Unterstützer mobilisieren.

In einem Interview verteidigte der CEO des W3C, Jeff Jaffe, das EME-Konzept. "Es wird geschützten Content im Web geben", erklärte Jaffe. Bisher greifen Inhalteanbieter für DRM in Multimedia auf Flash oder (wie Netflix) auf Silverlight zurück. Das W3C wolle keine abgezäunten Bereiche, denn ein wenig Offenheit und Standardisierung sei besser als gar keine. Silverlight soll es nur noch bis 2021 als Browser-Plug-in geben.

Google hat EME bereits in Chrome und Chrome OS integriert, was man beispielsweise auf einer Testseite ausprobieren kann. Netflix arbeitet derzeit an einem HTML5-Player. Dieser hängt jedoch außer von EME noch von Media Source Extensions ab, welche die Auslieferung über Content Delivery Networks (CDN) ermöglichen, sowie vom Web Cryptography API, das Hashing und Signaturen in HTML-Inhalte einbringt.

HTML5 wird Flash und Silverlight verdrängen – doch zu deren Erbe zählt eben auch Digital Rights Management. Das wiederum verträgt sich mit dem in Webstandards verankerten Grundprinzip der Offenheit nicht gut. (heb)

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