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HTTP-Fehlercode für gesperrte Inhalte vorgeschlagen

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Google-Mitarbeiter Tim Bray hat bei der IETF einen RFC-Vorschlag für den neuen HTTP-Fehlercode 451 Unavailable For Legal Reasons eingereicht, der nach Meinung des Autors für mehr Transparenz bei Sperrverordnungen sorgen soll: Der Fehlercode soll Web-Nutzern signalisieren, dass die vom Webserver bereitgestellten Inhalte aus rechtlichen Gründen derzeit nicht ausgeliefert werden können. Antworten mit diesem Status-Code sollten eine Erklärung enthalten, die Details der Einschränkung respektive Sperrung nennt, wer sie verfügt hat und welche Dienste davon betroffen sind. Eine 451-Fehlerseite könnte laut Bray etwa so aussehen:

HTTP/1.1 451 Unavailable For Legal Reasons
Content-Type: text/html

<html>
<head>
<title>Unavailable For Legal Reasons</title>
</head>
<body>
<h1>Unavailable For Legal Reasons</h1>
<p>This request may not be serviced in the Roman Province of
Judea due to Lex3515, the Legem Ne Subversionem Act of AUC755,
which disallows access to resources hosted on servers deemed
to be operated by the Judean Liberation Front.</p>
</body>
</html>

Sollte ein Webserver mit dem 451-Fehlercode auf Anfragen antworten, sagt dies allerdings nichts über die Existenz der angefragten Ressource aus: Sollte die Sperrverfügung aufgehoben werden, muss eine Anfrage daher nicht notwendigerweise auch erfolgreich sein, erklärt Bray weiter. Außerdem sei der 451-Statuscode optional und es sei vorstellbar, dass Gerichte, Behörden oder Unternehmen nicht nur Inhalte sperren wollen, sondern auch die Sperrung selbst verheimlichen möchten. Brays Arbeitgeber Google könnte mit dem neuen Fehlercode etwa gesperrte Seiten im Suchindex signalisieren: Anfang Juni hatte Microsoft – offenbar automatisiert – eine Heise-Meldung im Google-Index sperren lassen. (rek)