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Hacker lasen E-Mails des tschechischen Außenministers mit

Offenbar durch einen anderen Staat unterstützte Hacker haben wochen- oder sogar monatelang die E-Mail-Kommunikation des tschechischen Außenministeriums mitgelesen. Das räumte Minister Zaorálek nun ein. Sein Land war offenbar nicht das erste Angriffsziel.

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Hacker

(Bild: dpa, Karl-Josef Hildenbrand/Symbol)

Unbekannte Hacker haben sich Zugriff auf das E-Mail-System des tschechischen Außenministeriums verschafft. Über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten konnten sie die Kommunikation des Führungspersonals einschließlich des Ministers mitlesen. "Es war ein massives Datenleck", räumte Ressortleiter Lubomír Zaorálek am Dienstag ein. Geheiminformationen seien indes nicht erbeutet worden, weil die in einem eigenen IT-System bearbeitet würden.

Es handele sich nach Einschätzung von Fachleuten um eine sehr raffinierte Cyberattacke eines ausländischen Staates, sagte der Sozialdemokrat. Die Durchführung erinnere an die Hackerangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten – für die US-Geheimdienste Russland die Schuld zuweisen. Die nationale Sicherheitsbehörde (NBU) des NATO-Mitgliedstaats Tschechien hat deswegen nun die Ermittlungen übernommen.

Im Dezember soll darüber hinaus auch ein – allerdings vereitelter – Angriff auf das Außenministerium in Warschau stattgefunden haben. Laut einem Bericht der Zeitung Rzeczpospolita könnte der russische Militärgeheimdienst GRU hinter dem Trojaner-Angriff gesteckt haben. (dpa) / (mho)

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