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Hacker wollten Bank mit KVM-Switch ausrauben

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Der gescheiterte Hacker-Angriff auf eine Londoner Filiale der Santander Bank in Großbritannien liest sich wie der Plot aus einem George-Clooney-Film: Wie die britische Tageszeitung Daily Mail Online berichtet, drang ein als IT-Techniker verkleideter Mann in die Büroräume der Bank ein und installierte einen KVM-Switch an einem der Rechner, der sämtliche Eingaben per Maus und Tastatur sowie das Monitor-Bild über einen Ethernet-Anschluss an einen Rechner der Hacker-Gruppe ins Internet schickte. Der Mann gab sich als Mitarbeiter einer Fremdfirma zur Wartung der PCs aus. Der womöglich mit einer Funkeinheit kombinierte KVM-Switch sollte den Hackern Login-Daten sowie Passwörter übermitteln und einen Remote Access zum Bank-Computer ermöglichen. Derlei Geräte sind beispielsweise vom Hersteller Aten erhältlich. Welches Modell die Angreifer jedoch tatsächlich verwendeten, teilte die Polizei nicht mit.

KVM-over-IP-Switches wie hier von der Firma Aten ermöglichen die Fernsteuerung von Rechnern über das Internet.

(Bild: Aten)

Allerdings wurden Mitarbeiter der Bank-Filiale im Londoner Surray Quays Shopping Center misstrauisch und schalteten das Scotland Yard ein. Die setzten ihre Metropolitan Police's Central e-Crime Unit (PCeU) auf den Fall an, die Spuren zu einer Gruppe von zwölf Verdächtigen verfolgen konnte. Am 12. September nahm die Londoner Polizei bei Hausdurchsuchungen zwölf Männer im Alter zwischen 23 und 50 Jahren fest. Ihnen wird der Versuch des gemeinschaftlichen Bankraubs vorgeworfen. Die PCeU feiert ihren Erfolg: Dank der engen Zusammenarbeit mit der Bank sei möglicherweise der Diebstahl von mehreren Millionen Pfund verhindert worden. Die Polizei betonte, dass kein Mitarbeiter der Santander Bank in den Angriff verwickelt war und lobte das robuste Sicherheitssystem des Geldinstituts sowie die gute Zusammenarbeit, die zur Ergreifung der mutmaßlichen Täter geführt hätte. (hag)