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Hackerangriff auf Wählerdatenbank der US-Demokraten verhindert

Hacker haben versucht, Wählerdaten von US-Demokraten abzugreifen. Einen ähnlichen Angriff hatte es bereits im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2016 gegeben.

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Hackerangriff auf Wählerdatenbank der US-Demokraten verhindert

Softwareexperten haben einen Hackerangriff auf die Wählerdatenbank der US-Demokraten vereitelt. Mithilfe einer gefälschten Login-Seite sei versucht worden, Nutzernamen und Passwörter abzugreifen und sich Zugang zu der Wählerregistrierungsdatenbank zu verschaffen, berichtete die New York Times am Mittwoch unter Berufung auf das Democratic National Committee (DNC). Wer hinter dem Hackerangriff steckt, sei bislang unbekannt. Das FBI ermittelt.

Erst am Dienstag hatte Microsoft mitgeteilt, dass Hacker mit mutmaßlichen Verbindungen nach Russland Cyberattacken auf den US-Senat und konservative Denkfabriken vorbereitet haben sollen. Der Hackerangriff sei "sehr überzeugend" gewesen, zitiert CNN Mike Murray, den Vizechef der Firma Lookout, die im Bereich Internetsicherheit tätig ist. Sie hatte die gefälschte Login-Seite der Wählerregistrierungsdatendatenbank zusammen mit dem Cloudservice-Anbieter Digital Ocean entdeckt und das DNC, eine nationale Organisation der Demokratischen Partei, die unter anderem für die Mittelbeschaffung zuständig ist, darauf aufmerksam gemacht. "Es wäre ein sehr effektiver Hack gewesen", sagte Murray laut CNN.

"Wir haben keine Hinweise, dass sensible Daten gestohlen worden sind, und unsere Ermittlungen zeigen, dass wir die Gefahr vor dem Angriff gebannt haben", teilte Josh Feinblum, Leiter der Sicherheitsabteilung von Digital Ocean mit. Angesichts der im November in den USA anstehenden Kongresswahlen sagte Bob Lord, der Leiter der Sicherheitsabteilung des DNC: "Es ist notwendig, dass die Regierung aggressiver vorgeht, um unser Wahlsystem zu schützen. Es ist ihre Verantwortung, unsere Demokratie vor dieser Art von Angriffen zu schützen."

Bereits 2016 war das DNC im Rahmen des US-Präsidentschaftswahlkampfs von Hackern auf ähnliche Weise angegriffen worden. Damals waren hochranginge Demokraten, darunter auch Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta, mit Phishing-E-Mails auf eine gefälschte Gmail-Login-Seite gelockt worden. Die mutmaßlich russischen Hacker konnten dann Zugangsdaten der E-Mail-Accounts abgreifen. Fast 20.000 E-Mails von Podesta und seinem Wahlkampfteam konnten die Hacker in der Folge erbeuten.

Die Wahlkampf-E-Mails tauchten wenig später bei Wikileaks auf. Sie enthielten neben wahlkampftaktischen Informationen auch Verabredungen darüber, wie die damaligen Konkurrenten um die US-Präsidentschaft Donald Trump und Bernie Sanders schlechtgeredet werden könnten. Die veröffentlichten, von Gehässigkeit und Rücksichtlosigkeit geprägten E-Mails könnten die Präsidentschaftswahl zuungunsten von Hillary Clinton beeinflusst und Donald Trump zum Sieg verholfen haben.

Das DNC befürchtet, dass die gefälschte Login-Seite des aktuellen Hackversuchs dazu hätte genutzt werden können, um sich Daten registrierter Wähler zu beschaffen und damit weitere Hackerangriffe zu starten, schreibt die New York Times. Kommende US-Wahlen hätten so möglicherweise beeinflusst werden können.

[Update v. 24.08.2018, 10:22 Uhr]: Das DNC hat mitgeteilt, dass es sich bei dem vermeintlichen Hackerangriff um einen internen Sicherheitstest der Demokratischen Partei Michigans gehandelt habe, über den das DNC nicht informiert war. (mit Material der dpa) / (olb)

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