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Haftstrafe für Ex-Chef der Internetfirma Livedoor gefordert

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Die japanische Staatsanwaltschaft hat im Prozess gegen den Ex-Präsidenten der von einem Betrugsskandal erschütterten Internetfirma Livedoor eine Haftstrafe von vier Jahren gefordert. In ihrem Plädoyer beschuldigte die Staatsanwaltschaft den 34-jährigen Takafumi Horie am Freitag unter anderem der Verbreitung falscher Finanzinformationen im Zusammenhang mit einer Firmenübernahme sowie der Bilanzfälschung. Horie selbst hat stets seine Unschuld beteuert.

Der Skandal hatte zu Jahresbeginn zu Panikverkäufen an Tokios Börse geführt, woraufhin erstmals in der Geschichte der Börse der gesamte Handel wegen drohenden Zusammenbruchs des Computersystems abgebrochen werden musste. Für Ältere ist Horie der Inbegriff eines Casino-Kapitalismus, andere sehen ihn als einen Rebell gegen die überkommenen Konventionen der alten Japan AG. Der Abbrecher der Elite-Universität Tokio hatte 1996 mit Freunden eine Webdesign-Firma gegründet und sie durch zahlreiche Firmenkäufe zu Livedoor ausgebaut.

Ein Urteil in dem Prozess vor dem Bezirksgericht in Tokio wird im März erwartet. Sollte Horie für schuldig befunden werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis oder ein Bußgeld von bis zu fünf Millionen Yen (rund 32.000 Euro). Neben ihm sind noch vier weitere frühere Manager von Livedoor angeklagt. Horie ist jedoch der einzige von ihnen, der die Vorwürfe zurückgewiesen hat. Seine frühere rechte Hand als Finanzchef, Ryoji Miyauchi, hatte sich dagegen schuldig bekannt und vor Gericht gegen seinen einstigen Chef ausgesagt.

Das einstige enfant terrible der japanischen Unternehmerschaft, das sich in der Öffentlichkeit lieber in T-Shirts als in Anzügen zeigte, hatte mit seinem provokanten Auftreten mehrfach für großes Aufsehen gesorgt. So hatte Horie im vergangenen Jahr auf spektakuläre Weise versucht, den größten privaten Fernsehsender des Landes, Fuji TV, zu übernehmen. In der Folge der für Hories Unternehmen letztlich erfolglosen Übernahmeschlacht führte Japan eine neue Gesetzgebung für Fusionen und Übernahmen nach amerikanischem Vorbild ein. (dpa) / (jk)