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Halbleiterindustrie setzt auf Energieeffizienz als Zukunftsmarkt

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Die deutsche Halbleiterindustrie will stärker auf Techniken zum Stromsparen setzen und sich so neue Wachstumsfelder eröffnen. Durch den Einsatz moderner Mikroelektronik könnten bereits heute in der Industrie und in Privathaushalten bis zu 20 Prozent Strom eingespart werden, sagte Ulrich Schaefer vom Branchenverband ZVEI. Viele Techniken zum Stromsparen wie etwa elektronische Vorschaltgeräte bei Lampen hätten sich bereits vielfach bewiesen. Jetzt komme es darauf an, Firmen, Händler und Privatleute davon zu überzeugen, dass sich die Anschaffung auf Dauer finanziell lohne.

Im vergangenen Jahr hat die Branche in Deutschland einen Umsatzrückgang von 4,1 Prozent auf 10,68 Milliarden Euro verbucht. Grund dafür sei vor allem der starke Euro gewesen. "Wenn wir uns ohne die Wechselkursschwankungen mit dem Rest vergleichen, sind wir in Deutschland leicht über dem Weltmarkt gewachsen", sagte Schaefer. In der Kommunikationssparte habe sich die Abwanderung großer Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 25 Prozent bemerkbar gemacht.

2008 will die Branche um vier Prozent wachsen. Chancen dafür sieht der Verband nicht nur in der Umwelttechnologie, sondern auch bei der Auto-Elektronik. Hier liege der Marktanteil mittlerweile bei 35 Prozent. Gefragt seien unter anderem Sicherheitsvorkehrungen wie Airbag-Techniken. "Die Elektronik ist den Autobauern zu empfindlich, um sie aus Asien zu beziehen", sagte Schaefer.

Auf lange Sicht sagt Schaefer den Halbleiterherstellern in Deutschland gute Zukunftsaussichten voraus, da sie im Vergleich zur asiatischen Konkurrenz mit Qualität punkten könnten. "Ein Halbleiterhersteller, der langfristig überleben will, muss sich allerdings hochgradig auf ein oder höchstens zwei Produkte spezialisieren", sagte er. (dpa) / (jk)