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Hallo Nachbar! Nextdoor startet in Deutschland

Neue Konkurrenz für Nebenan.de: Das US-amerikanische Nachbarschafts-Netzwerk Nextdoor ist in Deutschland gestartet. Auf der kostenlosen Plattform sollen Nachbarn sich austauschen und besser kennenlernen.

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Hallo Nachbar! Nextdoor startet in Deutschland

Im Nachbarschafts-Netzwerk Nextdoor wird man etwa seinen alten Sonnenschirm los.

(Bild: Nextdoor)

Das weltweit größte Nachbarschafts-Netzwerk Nextdoor ist nach erfolgreicher Testphase auch in Deutschland online gegangen. Auf der Plattform lernen sich Nachbarn besser kennen, tauschen sich aus oder verleihen untereinander Stichsägen. Außerdem lassen sich Kleinanzeigen einstellen oder etwa Hunde- und Babysitter finden. Nextdoor ist kostenlos, neben der Website gibt es zudem Apps für Android und iOS. Die Plattform ist bereits in Großbritannien, den Niederlanden und den USA vertreten. In Berlin öffnete nun ein deutsches Büro, das der frühere StudiVZ-Chef Marcus Riecke leitet.

Nextdoor will Nachbarn weltweit zusammenbringen, um die Lebensqualität zu steigern. Gegründet wurde das Start-up 2011 in San Francisco; heute sind "Millionen Nutzer" in weltweit mehr als 160.000 "Nachbarschaften" auf der Plattform aktiv. Am erfolgreichsten ist Nextdoor in seinem Heimatland, doch auch in den Niederlanden und in Großbritannien wurde das Angebot offenbar gut angenommen: Laut Umfragen nutzen dort 40 beziehungsweise 45 Prozent aller Nachbarschaften das Netzwerk, schreibt Nextdoor.

Neben der Website nextdoor.de gibt es auch eine mobile App für Android und iOS.

(Bild: Nextdoor)

Jetzt will das Unternehmen auch in Deutschland durchstarten, wo es mit Nebenan.de allerdings schon ein etabliertes Nachbarschafts-Netzwerk gibt. Dessen Gründer Christian Vollmann bleibt trotz neuer Konkurrenz optimistisch: "Wir sind der Platzhirsch", sagte er dem Tagesspiegel. Einem internationalen Anbieter wie Nextdoor bringe eine größere Reichweite nicht unbedingt einen Vorteil. Wenn eine Nachbarschaft auf einer Plattform bereits gut vernetzt ist, wird diese nicht einfach zu einem anderen Anbieter wechseln, glaubt Vollmann. Nebenan.de ist seit 2015 in Deutschland aktiv und hat mehr als eine halbe Million aktive Nutzer. Erst vor ein paar Tagen hat das Berliner Unternehmen den Mitbewerber WirNachbarn übernommen.

Nextdoor verspricht seinen Nutzern eine "geschützte Atmosphäre". Die Betreiber achten besonders auf "Sicherheit, Privatsphäre und Datenschutz". Nextdoor verspricht zudem, die persönlichen Informationen der Nutzer "niemals [...] an dritte Werbetreibende" weiterzugeben. Bei der Registrierung gilt ein Klarnamenzwang. Außerdem muss sich jedes Mitglied mit seiner Adresse anmelden – andernfalls wäre eine Nachbarschaftsplattform auch ziemlich sinnlos. Nextdoor verifiziert die Angaben mit einer Postkarte.

Die Nutzer treten ausschließlich ihrer jeweiligen Nachbarschaft bei. Ist diese noch nicht vorhanden, kann der Nutzer "Gründungsmitglied" seiner Nachbarschaft werden. Die anderen Nachbarn werden via Mail, Postkarte oder Flyer eingeladen. Geld verdient Nextdoor noch nicht, es brauche zunächst "eine Community", um profitabel zu werden, erklärte Nextdoor-Mitgründerin Sarah Leary gegenüber t3n. In den USA testet die Plattform aber verschiedene Möglichkeiten; denkbar wären etwa gesponserte Einträge wie bei Facebook. In Deutschland hängt der Erfolg nun davon ab, ob die Nachbarschaften sich fleißig vernetzen wollen. (dbe)

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