Hama ruft manipulierte USB-Sticks zurück [Update]

Der Importeur hat alle Lagerbestände überprüft. Dabei tauchte weitere manipulierte Ware auf. Datenfressende USB-Speicher finden sich jetzt auch in den Regalen der großen Elektromärkte Saturn und Media Markt.

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Von
  • Ingo T. Storm

Als c't im November und Dezember von USB-Sticks berichtete, die Daten zerstören, sprachen die deutschen Importeure unisono von "Einzelfällen". Inzwischen ist klar, dass die Mengen so groß sind, dass sie für die gesamte Branche zum Problem werden, denn die Flut datenvernichtender Billig-USB-Sticks hält an. Jetzt herrscht auch bei der Metro-Gruppe landunter: Kurz vor Weihnachten hatte c't manipulierte Speicher der Marke Bluemedia bei Real entdeckt. Nun lagen faule Sticks von Emtec und Hama bei Saturn beziehungsweise Mediamarkt.

Während die Emtec-Sticks bei Saturn zu kaufen waren und Emtec von einem "bedauerlichen Produktionsfehler" redet, hat Hama als erster Importeur die fehlerhaften Produkte aus den Regalen entfernen lassen. Hama versucht, den Schaden zu begrenzen und hat alle Lagerbestände überprüft. Dabei tauchte weitere manipulierte Ware mit den Nennkapazitäten 2 und 8 Gigabyte mit derselben aufgedruckten Chargennummer 82516 auf. Alle Sticks vom Typ "Fancy" mit dieser Nummer ruft Hama daher offiziell zurück.

Das Verhalten der c't vorliegenden Schummelsticks ist über alle Marken und Größen konstant: Statt wie angegeben 2 oder 4 Gigabyte Speicher steckt in den Sticks nur ein Flash-Chip, der maximal 1 Gigabyte Daten fasst. Der Controllerchip meldet dem Betriebssystem dennoch die volle Nennkapazität und nimmt Schreibaufträge auch bis zu dieser Größe entgegen. Ein Käufer, der zunächst nur wenige Daten auf dem Stick ablegt, bemerkt keinen Fehler. Erst, wenn er mehr als 1 Gigabyte Musik, Bilder oder Filme speichert, gehen ihm Daten verloren.

Wer darauf angewiesen ist, Daten auf USB-Sticks zu transportieren, hat also weiterhin keine Wahl: Er muss unbedingt den kompletten Datenträger testen, bevor er ihm Daten anvertraut. c't-Redakteur Harald Bögeholz hat dazu sein Testprogramm H2testw weiter verfeinert. Es prüft jetzt auch nach dem ersten gefundenen Fehler weiter und liefert detaillierte Fehlermeldungen und Statistiken, die helfen, Fehlermuster zu identifizieren. Die jeweils neueste Version von H2testw finden Sie am schnellsten über das Software-Verzeichnis. Die Bedienoberfläche der zum Redaktionsschluss aktuellen Version 1.2 lässt sich nun auch auf englische Texte umschalten.

Auch die Sendung des c't-Magazin-TV am 19. Januar (Hessischer Rundfunk, 12:30) beschäftigt sich mit den vergesslichen Speicherstiften.

[Update]

Inzwischen hat auch Emtec angekündigt, die fehlerhaften USB-Sticks "problemlos auszutauschen". Betroffen seien USB-Sticks aus der C150-Serie. Die entsprechenden Chargen, die im Zeitraum November/Dezember 2007 ausgeliefert wurden, will Emtec zurückrufen und "zeitnah ersetzen". "Wir entschuldigen uns bei unseren Partnern für die Unannehmlichkeiten, die durch diesen Produktionsfehler entstanden sind", erklärte Emtec-Geschäftsführer Jörg Reimann. (it)