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Hamburger Dialog widmet sich profitablen Ideen

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"Medien und IT sind integrierter Bestandteil unseres Konzeptes der wachsenden Stadt", sagte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bei der Eröffnung des Kommunikationskongresses Hamburger Dialog, der heute und morgen nunmehr zum sechsten Mal in der Hansestadt stattfindet. Doch auch wenn die Veranstaltung am ersten Tag besser besucht schien als in den vergangenen zwei Jahren, so blieben die Themen rund um Neue Medien und Bezahlangebote im Internet bei der Veranstaltung unter dem Motto Profit of Ideas eher im Hintergrund. Eher rechneten die Teilnehmer mit der New Economy ab.

Die Internetwirtschaft fand Erwähnung in der Eröffnungsdiskussion am Morgen. Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) gab sich überzeugt: Ihm sei stets klar gewesen, dass das mit der New Economy nicht klappen konnte. Dieter Ammer, Vorstandsvorsitzender der Tchibo Holding, gab hingegen an, dem Phänomen etwas abgewinnen zu können: "Was ist verkehrt an jungen, dynamischen und risikobereiten Machern? Für mich ist ein pleite gegangener Unternehmer, der sich seiner Idee verschrieben und ihre Umsetzung zumindest versucht hat, als Mitarbeiter hoch interessant. Der erkennt wenigstens die Realität."

Wenig Neuigkeiten gab es beim Panel zum Thema "Paid Content". Drei Vertreter verschiedener Ansätze zum Geldverdienen im Internet berichteten kurz, eine kontroverse Debatte blieb aus. So erläuterte David Mahoney von der Netzeitung, dass sein Medium zu 70 Prozent von Online-Werbung finanziert sei und davon gut leben könne; weitere Bezahlangebote seien nicht geplant. Klaus Täubrich von Bild.T-Online.de erklärte sein Konzept, in dessen Mittelpunkt nicht der Verkauf von Premiuminhalten, sondern Vertriebspartnerschaften für "Volks-PCs" und ähnliches stehen. Mit einer Vielzahl von Beispielen beschrieb Joachim Türk von der Rheinzeitung, wie eine Lokalzeitung mit einem durchdachten Online-Angebot Profit aus dem Internet schlagen kann.

"Es hilft nichts zu weinen und zu jammern, dass die das Rubrikanzeigengeschäft der Tageszeitungen so zusammengebrochen ist. Auch Operationen am toten Patienten helfen nicht. Man muss neue Wege gehen", sagte Türk. Neben IT-Dienstleistungen bietet rz-online deshalb neue Dienste wie einen Ansagedienst für lokale Sportergebnisse, einen regionalen Automarkt für Print und Online. Zurzeit arbeitet der Verlag an einem Audiodienst, der das automatische Vorlesen der Zeitung etwa beim Warten im Autobahnstau ermöglicht, und einer Suchmaschine für Werbung. "Solch eine Suchmaschine wünschen sich unsere Leser. Das haben wir bei einer Befragung herausgefunden -- es ist wichtig zu wissen, was die Leser wollen."

Erstmals auf einem Podium beim Hamburger Dialog war Steven P. Steinkraus, Geschäftsführer des Heise Zeitschriften Verlages, zu dem auch heise online gehört. Er referierte im Panel zum Thema "Wie Verlage Neue Technologien zum Thema machen". Eine Kernaussage von Steinkraus: "Durch den engen Kontakt zu unseren Lesern, den wir über die Telefon-Hotline der c't, per E-Mail und die Foren auf heise online haben, wissen wir sehr genau, wo unseren Lesern der Schuh drückt." (tol)