Hamburgs Datenschutzbeauftragter widerspricht: Kein Skype-Verbot für Schulen

Johannes Caspar hat einen Zeitungsbericht scharf kritisiert, in dem es hieß, er habe Schulen die Nutzung von Skype untersagt. Er sei "entsetzt".

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(Bild: Denys Prykhodov/Shutterstock.com)

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Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat einen Zeitungsbericht entschieden zurückgewiesen, in dem es heißt, er habe Schulen den Einsatz von Skype untersagt. Es habe durch ihn "weder ein Skype-Verbot noch eine Untersagung des Unterrichts via Skype oder eines anderen Messenger-Dienstes" gegeben, teilte er am Donnerstag mit. "Ich bin entsetzt über die Berichterstattung", sagte er anlässlich des Berichts im Hamburger Abendblatt.

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Johannes Caspar erklärt nun, dass sich eine Schulleitung nach einer Beratung durch den behördlichen Datenschutzbeauftragten der Schulbehörde entschieden hatte, ihr Skype-Angebot einzustellen und auf andere Lösungen zu setzen. Zuvor hatte nach einer Eingabe ein Mitarbeiter seiner Behörde sich mit dem Datenschutzbeauftragten der Schulbehörde in Kontakt gesetzt und diesen beraten.

Die Datenschutzaufsichtsbehörden in Deutschland sehen es grundsätzlich kritisch, wenn kommerzielle Kommunikationsplattformen für schulische Zwecke eingesetzt werden. Caspar stellt jedoch klar, dass die Behörden hier nicht auf Untersagungen und Verbote setzen, sondern auf Überzeugungsarbeit. Er sei daher mit der Schulbehörde im Gespräch, "wie man schnellstmöglich eine Lösung für die Nutzung bereitstellen kann, um die Schülerinnen und Schüler unter den Pandemie-Bedingungen online-unterstützt unterrichten" zu können.

Er habe daher in den vergangenen Tagen entsprechende Hinweise erarbeitet, die am morgigen Freitag im Rahmen einer allgemeinen Aufklärungskampagne zum Thema Coronavirus und Datenschutz veröffentlicht werden sollen. (mho)