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Handelskonflikt in Ostasien: Südkorea beendet Militärabkommen mit Japan

Im Streit zwischen Japan und Südkorea ist kein Ende in Sicht, ganz im Gegenteil. Nun hat Südkorea ein Militärabkommen mit dem Nachbarn beendet.

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(Bild: Dilok Klaisataporn/Shutterstock.com)

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Im Handelskonflikt mit Japan hat Südkorea jetzt auch ein Militärabkommen mit dem Nachbarland über den Austausch geheimdienstlicher Informationen beendet. Das kündigte das Präsidialamt in Seoul am Donnerstag überraschend an, berichtet die Korea Times. Das Vertrauen in den vormaligen Partner sei verloren, hieß es als Begründung und das Abkommen widerspreche den nationalen Interessen Südkoreas.
Auf Basis des Vertrags tauschten beide Staaten Informationen über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm aus, bisher wurde er jedes Jahr automatisch verlängert.

Die konservative Vorgängerregierung in Seoul hatte das Abkommen 2016 mit dem Argument geschlossen, der Zugriff auf Informationen von japanischen Satelliten und anderen Beobachtungssystemen sei notwendig, um sich besser gegen Bedrohungen durch Nordkorea schützen zu können, erklärt die Nachrichtenagentur dpa. Sowohl Japan als auch Südkorea sind wichtige regionale Verbündete der USA. Die Allianz mit den USA solle nun gestärkt werden, versicherte ein Regierungssprecher inzwischen. Washington hatte zuvor Enttäuschung über die Entscheidung ausgedrückt. Der Konflikt hatte schon vorher erste wirtschaftliche Folgen.

Mit der Entscheidung Südkoreas ist nun ein weiterer Tiefpunkt im Verhältnis zwischen den beiden ostasiatischen Staaten erreicht. In dem Streit geht es um die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter unter Japans Kolonialherrschaft bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte japanische Konzerne angewiesen, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Japan beharrt aber darauf, dass dieses Urteil gegen den Grundlagenvertrag verstößt, mit dem das Land und seine ehemalige Kolonie 1965 ihre Beziehungen normalisiert hatten. Die Schäden seien abgegolten, meint die Regierung dort und hatte Handelseinschränkungen eingeführt, woraufhin Südkorea nachgezogen hatte.

Der japanische Verteidigungsminister Takeshi Iwaya reagierte nun "enttäuscht" auf die südkoreanische Entscheidung. Sein Land werde Südkorea aufrufen, dies noch einmal zu überdenken, erklärte er. In Bezug auf die Kooperation mit den USA forderte Japans Premier Shinzo Abe das Nachbarland außerdem auf,
seine "Versprechen einzuhalten", ergänzt die dpa. (mho)