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CES

Hands-On: Intel Wireless Display

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Intels Wireless-Display-Technik überträgt den Notebookbildschirm drahtlos an Fernseher.

Mit der Wireless-Display-Technik, die Notebooks und Fernseher drahtlos miteinander verbindet, hatte sich Intel ein Highlight der neuen Notebook-Generation mit Arrandale-Prozessoren bis zur Keynote-Rede des Firmenchefs Paul Otellini auf der CES aufgehoben. Diese Geheimhaltung ist bemerkenswert, denn fertige WiDi-Produkte sollen bereits ab dem 17. Januar in den Läden des amerikanischen Elektronikhändlers Best Buy erhältlich sein. Ein Starttermin für Deutschland steht noch nicht fest. heise online konnte WiDi auf der CES bereits ausprobieren.

Nach dem Anschließen der Settop-Box an den Fernseher...

Best Buy wird zunächst je ein Notebook von Dell, Sony und Toshiba im Bundle mit Netgears Settop-Box Push2TV 1000 anbieten; wer mehr als einen Fernseher drahtlos ansteuern möchte, kann weitere zum Stückpreis von 99 US-Dollar dazu kaufen. Die Settop-Box, in der ein Atom-Prozessor arbeitet, dient ausschließlich als Empfangsstation der per WLAN gestreamten Videodaten und gibt diese per HDMI oder Composite aus. Netgears Push2TV 1000 wird 2010 die einzige WiDi-Settop-Box bleiben; möglicherweise kommen aber im Laufe des Jahres Fernseher auf den Markt, die WiDi bereits eingebaut haben.

... muss man nur den Connect-Button drücken; der Rest geschieht automatisch.

Notebook-seitig sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen. Als Prozessor kommt nur eine Arrandale-CPU in Frage, weil WiDi nur für die darin integrierten Grafik Intel HD ausgelegt wurde. Notebooks mit diskreten Grafikchips von AMD und Nvidia bleiben somit außen vor. Zudem muss das WLAN-Modul aus der Centrino-6000-Serie stammen, denn nur in deren Treibern hat Intel die WiDi-Funktionen integriert. WiDi funktioniert parallel zu einer Internetverbindung per WLAN – man kann also über das Notebook am Fernseher im Internet surfen.

Netgears WiDi-Adapter Plug2TV 1000 wird für 99 US-Dollar verkauft.

Der Aufbau der WLAN-Verbindung zwischen Settop-Box und Notebook ist großmutterfreundlich, denn man muss in der WiDi-Anwendung lediglich einen Suchlauf starten und dann auf den "Connect"-Knopf drücken – alles weitere geschieht vollautomatisch. Mit Sonys WiDi-Notebook ist der Verbindungsaufbau komfortabel über eine Sondertaste oberhalb der Tastatur möglich. Bei mehreren Settop-Boxen in Reichweite kann man die gewünschte auswählen; ein Streamen an mehrere Boxen gleichzeitig ist nicht jedoch vorgesehen.

Außer HDMI bietet Plug2TV auch analoge Anschlüsse.

Die Videodaten werden vor dem WLAN-Versand von der CPU in Software komprimiert, was bei einer Übertragung eines Vollbild-Videos mit einer Auflösung von 1280 × 720 rund 20 Prozent Systemlast erzeugte. Ähnlich HDMI oder DisplayPort überträgt WiDi auch Audiodaten, ist dabei allerdings auf Stereo beschränkt. Da die verwendete Auflösung von 720p bereits die Obergrenze der WiDi-Spezifikation markiert, werden die kabelgebundenen Übertragungswege aber nicht arbeitslos – wenngleich WiDi für Webvideos und zur Präsentation eigener Videoaufnahmen ausreicht. Kopiergeschütztes HD-Material, etwa von Blu-ray-Discs, lässt sich mit WiDi nicht übertragen, weil mangels verschlüsselter Funkstrecke keine geschlossene HDCP-Kette zustande kommt.

Vor dem Versand per WLAN werden die Videodaten von der CPU komprimiert.

In ruhigen Videoszenen schickte WiDi rund 5 MBit/s durch die Luft; bei schnellen Bildwechseln waren es bis zu 8 MBit/s. Das auf dem Fernseher dargestellte Video war frei von sichtbaren Kompressionsartefakten und lief flüssig ab; es hinkte der Darstellung auf dem Notebook-Bildschirm etwas hinterher. Der Demo-Aufbau auf der CES hatte ab und an mit kurzen Aussetzern zu kämpfen, was laut Intel an der Frequenzverschmutzung durch die vielen WLAN-Netzwerke auf die Messe lag. Unter realen Bedingungen zuhause sollen bei Funkstrecken unter sechs Metern keine Aussetzer auftreten; ein ebenfalls angeschlossenes Entwicklungskit der Push2TV-Box, das die Daten per LAN-Kabel entgegen nahm, lieferte eine unterbrechungsfreie Videoübertragung. (mue)

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