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Handschrift als Mittel gegen Spambots

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Im Kampf gegen Spamroboter haben Forscher an der State University of New York (SUNY) eine neue Waffe entwickelt, die auf eine alte Kulturtechnik setzt: Die Handschrift. Die Idee dabei: Da es Computern besonders schwer fällt, menschliches Gekrakel zu entziffern, könnte eine rechnergenerierte Handschrift als Verifikationsmittel dienen, um Web-Dienste sicherer zu machen, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Das System ist eine Abwandlung des im Netz viel verwendeten Frage-und-Antwort-Spiels CAPTCHA. Diese Bilderrätsel werden stets so gestaltet, dass es Menschen leicht fällt, sie zu entschlüsseln, während Maschinen sie nur schwer bewältigen können. Ziel dabei ist es, eine Software daran zu hindern, automatisiert viele tausend Accounts bei Online-Angeboten wie Webmail-Diensten anzulegen, um darüber dann beispielsweise Müllmails zu versenden.

Doch erst im vorigen Jahr wurde ein oft verwendeter Microsoft-CAPTCHA-Ansatz von Jeff Yan und seinen Kollegen an der Newcastle University in Großbritannien geknackt. Der Softwarekonzern hatte zuvor behauptet, dass das System nur einen von 10.000 maschinellen Versuchen durchlassen würde, doch Yan konnte zeigen, dass sein Ansatz eine Erfolgsrate von rund 60 Prozent hatte. Microsoft hat seither zwar Verbesserungen eingeführt, die den Dienst deutlich sicherer machen. Doch auch das werde auf längere Sicht nicht ausreichen, glaubt Yan.

SUNY-Computerwissenschaftler Achint Oommen Thomas denkt deshalb, dass eine automatisch generierte Handschrift, deren Buchstaben miteinander verbunden sind, endlich wieder genügend Abstand im Wettrüsten zwischen Online-Gaunern und Website-Betreibern herstellen könnte. Das System, das zusammen mit Oomen Thomas' Kollegen Amalia Rusu und Venu Govindaraju entstand, generiert Worte durch die Zusammenstellung einzelner handschriftlicher Zeichen. Diese stammen aus einer Datenbank mit mehr als 20.000 Einzelbuchstaben.

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(bsc)