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Handy-Hersteller gehen in Russland gegen illegale Importe vor

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Alcatel, Nokia, Siemens, Motorola und Panasonic wollen gemeinsam gegen illegale Exporte von Mobiltelefonen nach Russland vorgehen, berichtet das Wall Street Journal. Der jährliche Schaden für die Hersteller betrage 175 Millionen Euro. Die Handys werden bis zu 20 Prozent unter dem Preis offiziell importierter Geräte verkauft. Viele dieser Telefone würden jedoch nicht richtig funktionieren, russische Zeichensätze seien nicht aufrufbar. Das schade auch dem Image der Handyproduzenten. "Wir bekommen sehr viele Beschwerden", berichtete Sergei Kozlov von der Moskauer Motorola-Vertretung. "Die Menschen stellen die Qualität unserer Geräte in Frage."

Die grau importierten Handys stammen aus anderen europäischen Ländern, für die sie ursprünglich bestimmt waren. Der Handel läuft, seit Mobilfunkanbieter begonnen haben, Gerätepreise zu subventionieren. Um die exklusiven Nutzung im eigenen Netz zu sichern, bekamen die Handys spezielle SIM-Locks. Russische Händler kauften die subventionierten Geräte in großen Mengen auf und ließen sie von Crackern umprogrammieren. Dies sei auch der Grund für die häufigen Fehlfunktionen, erklärten die Handy-Produzenten. Die Mängel seien nicht von der Herstellergarantie abgedeckt.

"Vor fünf Jahren waren 99 Prozent aller Importe legal", sagte Inga Churashova, Marketing-Leiterin bei Motorola für den russischen Markt. Heute stammten bis zu zwei Drittel aller verkauften Handys aus Grauimporten. Die Hersteller wollen dem Problem mit eindeutigen ID-Nummern begegnen, die belegen sollen, dass das Gerät speziell für den russischen Markt bestimmt ist. Nokia erklärte, man habe eine Liste aller autorisierten Händler im Internet veröffentlicht. (hod)