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Handy-TV-Modellprojekt in Regensburg gestartet

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In Regensburg werden seit dem heutigen Donnerstag bei einem europäischen Modellversuch die Möglichkeiten von Fernseh- und Radioempfang übers Handy getestet. Bei dem zweijährigen Projekt werden rund 200 Nutzer mit Mobiltelefonen ausgestattet, die einen Empfang nach dem Standard DMB (Digital Multimedia Broadcasting) ermöglichen. "Wir wollen in Regensburg testen, wie lokale Inhalte von den Nutzern angenommen werden", sagte Martin Gebrande, der Geschäftsführer der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Zunächst werden in Regensburg jeweils zwei Video- und Radiokanäle ausgestrahlt. Die Programminhalte liefern unter anderem der Bayerische Rundfunk, Antenne Bayern, das Funkhaus Regensburg, das ostbayerische Regionalfernsehen TVA sowie mehrere bundesweite Anbieter. Darüber hinaus soll beispielsweise auch Studentenradio der Regensburger Universität ausgestrahlt werden.

Bereits während der Fußball-Weltmeisterschaft gab es in München ein Kurzprojekt mit 190 Teilnehmern zu Handy-TV. Mehr als 90 Prozent der Handybesitzer nutzten während des Sportereignisses zwar ihr Telefon zum Fernsehen, allerdings unterschied sich die TV-Nutzung deutlich von der normalen zu Hause. So haben nach den bisherigen Ergebnissen des Projekts die Testteilnehmer meist nur wenige Minuten das Programm geschaut, oft auf der Fahrt im Bus, in der Tram oder in der S-Bahn.

Ziel des Regensburger Projekts ist es, für die Unternehmen Daten zu sammeln, damit diese sich auf die kommenden Märkte einstellen können. "Uns ist bewusst, dass sich mit DMB nicht schon morgen große Gewinne erwirtschaften lassen", sagte BLM-Geschäftsführer Gebrande. Es wäre eine Illusion, dies anzunehmen. Gleichzeitig handele es sich aber um einen innovativen, zukunftsträchtigen Geschäftsbereich.

Der Nutzungsversuch wird von dem europäischen DMB-Projekt "Mi Friends" organisiert, das auf Initiative der BLM gestartet wurde. Insgesamt 75 Partner aus neun Ländern sind an dem Modellvorhaben beteiligt. Weitere Handy-TV-Testläufe soll es grenzüberschreitend im Bodenseeraum sowie in Südtirol geben. (dpa) / (pmz)