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Handy-TV per DVB-H soll im Frühjahr 2008 starten

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Die Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, T-Mobile und O2 wollen ab dem kommenden Jahr gemeinsam Fernsehen über das Handy anbieten. "Wir haben dazu beim Bundeskartellamt die Gründung eines Betreiberkonsortiums angemeldet", sagte Vodafone-Mann Jens Kürten, Sprecher des schon länger geplanten Verbunds, am heutigen Freitag in Düsseldorf der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Ab Frühjahr 2008 sollen mindestens 16 Programme mit dem Standard DVB-H (Digital Video Broadcasting-Handheld) über das Handy zu empfangen sein.

Die Landesmedienanstalten schreiben derzeit die Sendelizenzen für Handy-TV aus. "In Thüringen und Baden-Württemberg haben wir diese bereits beantragt", sagte Kürten. Für die anderen Bundesländer soll dies in den kommenden Tagen geschehen. "Wir wollen das Thema nun so schnell wie möglich voranbringen." Kürten hatte die komplizierte Lizenzvergabe zuvor kritisiert. Die Länderhoheit über die Wellen führe zu einer "zersplitterten Rundfunkregulierung" und erheblichem Mehraufwand für die Betreiber. Unter anderem aufgrund der unübersichtlichen Lage hatte sich im November E-Plus aus dem DVB-H-Kreis der Netzbetreiber verabschiedet.

Ob die Zukunft des Handy-Fernsehens so rosig ist, wie die Branche sie gerne malt, bleibt unklar. Ein DVB-H-Angebot gibt es hierzulande abgesehen von einem Pilotversuch im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft bisher nicht. Auch das auf den konkurrierenden Standard DMB setzende Projekt von Debitel war im vergangenen Sommer schon aktiv. Seither ist die anfängliche Euphorie allerdings eher gedämpfter Stimmung gewichen. Jetzt hoffen Experten auf einen Schub durch die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr.

Als weitgehend beantwortet gelten kann die Standardfrage. Die drei Netzbetreiber setzen auf DVB-H, das von der EU-Kommission bevorzugte Verfahren. Die Medienkommissarin hatte zuletzt regulatorische Maßnahmen angedroht, sollten sich Industrie und Länder nicht auf einen Standard einigen können. Für DMB-Anbieter Debitel ist die Standardfrage allerdings gar keine. Schließlich sei es kein Problem, Geräte zu bauen, die beide Standards unterstützen. (vbr)