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Handy empfängt Digitalfernsehen

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Das japanische Telekommunikationsunternehmen KDDI hat zusammen mit dem staatlichen TV-Sender NHK den Prototyp eines Handys vorgestellt, das über einen integrierten Tuner das in Japan seit 2003 ausgestrahlte digitale Antennenfernsehen empfangen kann. Bei einem Gewicht von 140 Gramm soll das Gerät eine Batterielaufzeit von zwei Stunden bieten. Um den Videostrom möglichst effektiv zu komprimieren, setzen die Entwickler auf den H.264-Codec. Ab 2005 will NHK in Japan mit der Ausstrahlung eines auf mobile Endgeräte angepassten Programmangebotes beginnen. Dazu gehören lokale Dienstleistungen, bei denen dem Nutzer Informationen abhängig von seiner gegenwärtigen Position dargeboten werden. Darüber hinaus soll man mit dem laufenden TV-Programm Links zu erwähnten Produkten erhalten, die man dann direkt über das Handy bestellen kann.

Japan nutzt mit ISDB-T einen DVB-T-ähnlichen Standard. Auch in Deutschland will man mit DVB-H (Digital Video Broadcasting Handheld) einen auf mobile Endgeräte zugeschnittenen Standard etablieren. Der Mobilität beim DVB-T-Empfang sind wegen des hohen Stromverbrauchs der Tuner-Bausteine Grenzen gesetzt. DVB-H soll dieses Problem lösen, indem der Gesamtstrom in definierte Zeitschlitze zerlegt wird. Der Tuner ist dann nicht mehr dauerhaft auf Empfang geschaltet, sondern verbraucht nur dann Energie, wenn die zu empfangenden Datenpakete auch gesendet werden. (sha)