Handyabsatz übertrifft Erwartungen

2003 wuchs der Markt für Mobiltelefone erstmals seit drei Jahren wieder zweistellig.

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Von
  • Robert Brunner

Erstmals seit drei Jahren wuchs der Markt für Mobiltelefone 2003 wieder zweistellig. Die Zahl der weltweit verkauften Handys übertraf die Prognosen der Analysten. Waren es im Jahr 2002 noch 432,7 Millionen Auslieferungen, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 533,4 Mio, teilt das Marktforschungsinstitut IDC mit. Das entspreche einem Marktwachstum von 29,7 Prozent im vierten Quartal und 23,3 Prozent für das abgelaufene Jahr.

Vor allem Ersatzhandys kurbelten die Nachfrage in den Industrieländern stark an, berichtet das Analysehaus Gartner. Darunter fanden Kamerahandys in Japan reißenden Absatz, wo zehn Millionen mehr Mobiltelefone verkauft wurden als erwartet. Doppelt so viele Handys wie erwartet, nämlich 18 Millionen, wurden in Indien abgesetzt. Dort wie in China und Russland stieg die Nachfrage durch eine aggressive Neukundenwerbung, so die Ergebnisse der Analysen. Und die Tendenz wird sich anscheinend fortsetzen: "Vor allem die aufstrebenden Märkte werden 2004 eine zunehmend wichtigere Rolle für die Branche spielen", meint Gartner-Analyst Ben Wood. Er hatte vor einem Jahr 475 Millionen verkaufte Geräte für 2004 prognostiziert. Nun korrigiert er die Erwartung auf "mindestens 510 Millionen" -- rund 10 Prozent mehr als andere Fachleute noch im Herbst 2003 prognostizierten. Die unterschiedlichen Zahlen der Marktforscher lassen sich unter anderem auf die Erhebungsmethode zurückführen: Gartner zählt die tatsächlich an die Endkunden verkauften und IDC die an die Händler ausgelieferten Geräte.

Die aufgeschlüsselten Zahlen bestätigten zudem die Strategie der Hersteller, in den gesättigten Märkten wie Westeuropa Mobiltelefone mit Farbbildschirmen und Kameras anzubieten. Auch der Marktsektor der Smartphones wuchs laut IDC in Europa, nämlich um knapp 28 Prozent. "Ob unterwegs, zuhause oder im Büro -- mobile Endgeräte sind inzwischen fester Bestandteil der Unternehmens-IT und gehören für viele Mitarbeiter, die flexibel und ortsunabhängig arbeiten, zur Grundausstattung", erklärt Stephen D. Drake, Program Manager, Mobile Infrastructure Software bei IDC. Besonders die Synchronisation mache die mobilen Endgeräte interessant für den Unternehmenseinsatz.

Unangefochtener Marktführer bleibt laut IDC Nokia. Allerdings mussten der finnische Konzern und auch Motorola, weltweit die Nummer zwei, im vierten Quartal Federn lassen. Ihre Auslieferungen stagnierten oder nahmen leicht ab. Gewinner der vergangenen Monate war Samsung mit 6,5 Prozent plus. Leicht zulegen konnte auch Siemens. LG Electronics hielt seinen fünften Platz auf der Händlerliste von IDC, dicht gefolgt von Sony Ericsson. (Robert Brunner) / (dz)