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Handys im Visier der Virenprogrammierer

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Computerviren dringen nach Einschätzung des Darmstädter Computer-Experten Markus Ruppert bald auch in Handys ein. "Mobiltelefone können immer mehr Programme ausführen, damit steigt die Gefahr der Infektion", sagte Ruppert in einem Gespräch mit dpa. Ruppert ist Geschäftsführer des Competence Center for Applied Security Technology (CAST-Forum im Zentrum für Graphische Datenverarbeitung), das am heutigen Donnerstag in Darmstadt eine internationale Tagung über Computerviren organisiert.

Der Virenbefall könne bei Mobiltelefonen unterschiedliche Folgen haben: Die Spanne reiche vom Abhören der Gespräche bis zum Abrechnen fremder Telefonate. Das Handy könne auch unbrauchbar gemacht werden, erklärte Ruppert: "Zum Beispiel gibt ein einfaches Virus-Programm mehrmals die falsche Geheimzahl des Handys ein und löst damit die Blockade aus. Das ist zwar kein Drama, aber viel Lauferei und Ärger."

Nach Ansicht von Ruppert sind viele Anwender nach wie vor zu unvorsichtig. "Wie im richtigen Leben glauben sie nicht, dass die Viren auch sie einmal treffen könnten." Doch die Viren seien inzwischen überall. "Deshalb sollte sich jeder impfen lassen, sprich, seine Sicherheitsstandards auf dem neuesten Stand halten," sagte der Experte. Dies gelte insbesondere für Computerfirmen. "Wenn die Hersteller selbst mit ihren Programmen Viren verbreiten, ist das nicht nur peinlich, sondern auch fahrlässig."

Die Entwicklung neuer Viren lässt sich nach Auffassung von Ruppert trotz Verboten und Strafandrohung kaum verhindern. "Jeder kann sich heute aus dem Internet einen Viren-Baukasten herunterladen und seine eigenen Erreger zusammenbauen. Dafür muss er nicht mal besondere Kenntnisse besitzen." Die meisten Viren entstünden nicht aus bösem Willen, sondern schlicht aus "Spieltrieb", meinte der Fachmann. Dies ändere jedoch nichts daran, dass sie großen Schaden anrichten könnten. (dpa) / (jk)