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Handytickets für Berlin-Brandenburg

Der Verkehrsverbund der beiden Bundesländer hat seine Auskunftsapp um die Möglichkeit des Fahrscheinkaufs erweitert. Damit bietet er mehr als die kurz zuvor aktualisierte App der Berliner Verkehrsbetriebe.

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Berlin ist groß, aber so groß, dass die Verkehrsbetriebe gleich zwei Apps für dieselben Aufgaben entwickeln müssen? Am heutigen Dienstag stellte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eine neue Version seiner Software für iOS und Android vor – bereits vor vier Wochen hatte sein Mitglied BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) ebenfalls eine App präsentiert. Beide bieten nun Fahrplanauskünfte und erstmals in der Region auch den Ticketkauf per Smartphone.

Mit der VBB-App kommt man jedoch weiter: Sie umfasst das gesamte Angebot des 30.000 km2 großen Verkehrsverbundes und fast alle dort verfügbaren Tickets. Man kann den jeweils benötigten Fahrschein direkt aus der Verbindungsauskunft heraus bestellen und auf verschiedenen Wegen bezahlen. Insbesondere gibt es die rabattierten Vier-Fahrten-Karten für Berlin, die die BVG-App nicht verkauft. In keinem der Systeme lassen sich bislang Monats- oder Wochenkarten erwerben.

Bezahlen kann man als angemeldeter VBB-Kunde per Kreditkarte oder Lastschrift. Alternativ ist auch das weitgehend anonyme Einzahlen auf ein Prepaid-Konto möglich, von dem jeweils der Ticketpreis abgebucht wird. Das sei nicht nur aus Gründen des Datenschutzes sinnvoll: 40 Prozent der VBB-Kunden seien nicht kreditwürdig. Zu dieser Gruppe gehören nicht nur Arme, sondern vor allem auch Kinder und Jugendliche.

Die Android-Version der App ist bereits verfügbar, die iOS-Variante soll demnächst folgen. Auch weitere Fahrscheinarten sollen möglichst bald kommen, so das von der Bahn angebotene Länderticket, Billetts für den Fahrradtransport sowie für spezielle Touristenangebote.

In der Hauptstadtregion konkurrieren beide Apps mit dem Touch&Travel-Angebot der Deutschen Bahn, das die VBB-Software auch anbindet. Dort registrierte Nutzer melden sich jeweils bei Reisebeginn- und Ende an beziehungsweise ab, anschließend wird der Fahrpreis berechnet und einmal im Monat abgebucht. Anders als die BVG- und VBB-Anwendungen fasst Touch&Travel mehrere Fahrten an einem Tag gegebenenfalls zu einem günstigeren Tagesticket zusammen und funktioniert auch im Fernverkehr der Bahn. Allerdings protokolliert das System während einer Fahrt in regelmäßigen Abständen den Standort, worauf VBB und BVG verzichten. (ck)